Sie sind hier: Startseite Heftarchiv 2022 Diversity und LGBTQ+ „Armut wird gemacht“
(Heft 4/2022)
Interview mit Prof. Kai Marquardsen, Fachhochschule Kiel

„Armut wird gemacht“

Siebzehn Jahre nach seiner Einführung soll das SGB II, die Grundsicherung für Arbeitsuchende, auch Hartz IV genannt, ab 2023 durch das sogenannte Bürgergeld ersetzt werden. Das zweite Sozialgesetzbuch hat zwar für die Mehrzahl der Leistungsbeziehenden als individuelle „Absturzsicherung“ funktioniert, doch wäre für einige Menschen mehr „Fördern“ statt „Fordern“ sinnvoll gewesen, um ihnen einen Ausweg aus Armut und sozialer Ausgrenzung zu ermöglichen. Auch in NRW wächst die Armutsgefährdungsquote. Die Landesregierung nimmt sich verstärkt des Themas Armut an, wie etwa mittels einer „Konferenz gegen Armut“ Ende 2022. Gründe genug, sich mit den strukturellen Bedingungen von Armut, den Strategien von Armen zur Bewältigung ihrer Lage sowie den Handlungsoptionen von Sozialpolitik und Kommunen im Kampf gegen Armut zu beschäftigen. Dazu haben wir Kai Marquardsen, Professor für Armut und soziale Ungleichheit im Kontext der sozialen Arbeit an der Fachhochschule Kiel interviewt. Er hat zu den Folgen aktivierender Arbeitsmarktpolitik und zum sozialen Druck von Arbeitslosigkeit geforscht und kürzlich ein umfangreiches Handbuch zur Armutsforschung herausgegeben.

G.I.B.: Herr Professor Marquardsen, einen komplexen Sachverhalt in eine einfache, etwas provokative Frage gefasst: Wer ist schuld an Armut? Die Armen selbst oder die Gesellschaft, in der sie leben?

 
_MG_1228-Bearbeitet.jpgProf. Kai Marquardsen: Armut hat vor allem etwas mit den schlechten Lebensbedingungen der Armen zu tun, in denen zu leben sie gezwungen sind. Das heißt, die Rahmenbedingungen sind das ursächliche Problem und nicht das Handeln der Einzelnen. Aber weite Teile unserer Gesellschaft neigen dazu, soziale Probleme zu individualisieren, also beim individuellen Verhalten von Menschen anzusetzen und die strukturellen Bedingungen, die immer wieder Armut und Prekarität hervorbringen, zu vernachlässigen oder gar zu ignorieren. Doch eine solche Einstellung wird der Wirklichkeit und den Armen nicht gerecht, denn Armut wird gemacht. Sie ist das Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Prioritätensetzungen. 
Mit dem Siegeszug des Neoliberalismus hat sich der Blick weg von der Gestaltung sozialpolitischer Rahmenbedingungen mit dem Ziel der sozialen Sicherung von Lebensbedingungen hin zu einem Blick auf das Handeln einzelner Personen und deren Eigenverantwortlichkeit verengt. Das ideologisch geprägte mikroökonomische, neoliberale Denken vom homo oeconomicus als rationalen Nutzenmaximierer sieht Menschen als individualisierte Marktakteure und in dieser Logik werden strukturelle Bedingungen ausgeblendet: die Einzelnen sind selbst verantwortlich.

Spiegelt sich diese Denklogik nicht auch in der Fixierung auf Erwerbsarbeit als – tatsächlicher oder angeblicher – Garantie zur Armutsvermeidung?
 

Ja, etwa aufseiten der Arbeitsverwaltung, wo Menschen im SGB II-Bezug entsprechend der Formel „selbst schuld“ ständig mit einem aktivierungspolitischen Imperativ konfrontiert sind, der der Aufnahme oder Ausdehnung von Erwerbstätigkeit oberste Priorität einräumt. Bei Nichtbeachtung drohen Sanktionen. Leistungsbeziehende werden so zu einem vermeintlich „eigenverantwortlichen“ Verhalten gedrängt, um im Interesse eines verkürzten Gemeinwohl-Verständnisses ihre soziale Nützlichkeit unter Beweis zu stellen, wobei implizit vorausgesetzt wird, dass Arbeit für alle Erwerbslosen grundsätzlich erreichbar ist.
Doch um „selbst schuld“ sagen zu können, müsste zunächst die volle „Schuldfähigkeit“ der jeweiligen Person festgestellt werden. Da aber die am Arbeitsmarkt konkurrierenden Individuen nicht alle von der gleichen Startposition aus ins Rennen gehen, kann auch von Chancengleichheit keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund kann der Begriff der Aktivierung als Chiffre gesehen werden für die seit Jahren zu beobachtende Entwicklung, statt sozialer Rechte die sozialen Pflichten der Gesellschaftsmitglieder hervorzuheben und dabei auf die individuelle Eigenverantwortung zu verweisen. Mit einer solchen dysfunktionalen Politik aber bleiben individuelle Ressourcen ungenutzt, liegen unentdeckte Fähigkeiten brach.
Weitaus sinnvoller wäre hier der Ansatz des Ökonomie-Nobelpreisträgers Amartya Sen, der auf die Wahlfreiheit zur Realisierung verschiedener Lebensstile zielt. Dabei geht es um die umfassenden Möglichkeiten und Fähigkeiten von Menschen, ein Leben führen zu können, für das sie sich mit guten Gründen entscheiden konnten und das die Grundlagen der Selbstachtung nicht infrage stellt. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Ausgangsbedingungen, die als Ressourcen zur Verwirklichung eines individuell erfüllten Lebens mobilisiert werden können. Also kommt es auf die Befähigung der Einzelnen an, das Leben führen zu können, für das sie sich nach gründlicher Abwägung entscheiden. Das heißt: Eine Politik der Aktivierung müsste primär eine Politik der Handlungsermächtigung sein, die allen Individuen gleichermaßen die Chance eröffnet, ihre ungleichen Fähigkeiten zu entwickeln. Erst dann könnte man sich gerechterweise auf die Prämisse individueller Eigenverantwortung berufen.

Menschen in Armut und Menschen ohne Job stehen in unserer auf Erwerbsarbeit fixierten Leistungsgesellschaft unter erheblichem Druck. Müssen sie nicht sehr leis­tungsstark sein, um im Alltag mit diesem Druck umgehen zu können?
 

In der Tat spielt Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle für soziale Zugehörigkeit und Teilhabe. Alles ist und alle sind – von den Fällen großer Erbschaften abgesehen – auf Erwerbsarbeit angewiesen, sind abhängig von der Erwerbsarbeit wie von einer Droge. Deshalb wird das Fehlen von Erwerbsarbeit von Betroffenen zumeist als krisenhafte Situation erlebt. Der – um im Bild zu bleiben – andauernde Entzug von Erwerbsarbeit führt nicht nur zu erhöhten gesundheitlichen Risiken, sondern auch zu einer sozialen Verletzung der Person.
Zur Bewältigung ihrer sozialen Ausschlusserfahrungen versuchen Menschen unter diesen fremdbestimmten Bedingungen der Armut oder Arbeitslosigkeit ihre individuelle Handlungsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. Sie sind keineswegs nur passive Hilfebedürftige, sondern eigensinnig handelnde Subjekte. Unter dem Druck anhaltender Ausschlusserfahrungen suchen sie auf symbolischer Ebene nach Anschluss an die gesellschaftliche Normalität, indem sie eine alltägliche Inszenierung von sozialer Zugehörigkeit betreiben. Dabei beweisen sie oft enorme Kreativität und Leistungsfähigkeit. 
Im verzweifelten Versuch, trotz oder genauer wegen einer individuell als Verlust von sozialer Zugehörigkeit und Teilhabe empfundenen sozialen Lage zu bestehen, halten sie an den Werten und Erwartungen der Erwerbsarbeitsgesellschaft symbolisch fest, entwickeln viele Betroffene unter Aufwendung enormer Energie eine Normalitätsfassade, indem sie etwa einer nicht-erwerbsförmigen Tätigkeit oder einer Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt nachgehen oder eine Rolle als sorgender Vater spielen, und zwar so, als ob es sich um eine reguläre Erwerbsarbeit handelt. Andere wiederum strukturieren ihren Alltag demonstrativ, nach außen hin sichtbar nach Normalitätserwartungen, die mit der Teilhabe an Erwerbsarbeit verknüpft sind. Sie leisten „Als-ob-Arbeit“ als Simulation der Normalität von Erwerbsarbeit und der Konformität mit den sozialen Erwartungen, die an sie geknüpft sind. 
Solche Normalisierungsstrategien sind bislang vor allem für Menschen im Arbeitslosengeld II-Bezug dokumentiert, die einen erheblichen Teil der Armutspopulation in Deutschland bilden. Diese aus gesellschaftlichem Druck resultierende Einstellung korrespondiert mit der Tatsache, dass laut einer Dunkelfeld-Studie über verdeckte Altersarmut in Deutschland davon ausgegangen werden muss, dass bis zu 60 Prozent der Menschen, die eigentlich öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen könnten, darauf verzichten, weil sie die relevanten gesetzlichen Regelungen nicht kennen oder mit der Inanspruchnahme staatlicher Hilfeleistungen Stigmatisierungsängste verbinden.

Steuern wir als Gesellschaft durch die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und eine seit Corona und dem Krieg in der Ukraine zusätzlich wachsende Armut auf einen sozialen Kipppunkt zu, weil das im ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag enthaltene Versprechen auf soziale Sicherheit nicht mehr eingelöst werden kann?
 

Ich bin kein Apokalyptiker und mit historischen Analogien muss man vorsichtig sein. Ich halte es in dieser Frage eher mit dem französischen Sozialphilosophen Pierre Bourdieu, der festgestellt hat, dass Prekarität heutzutage allgegenwärtig ist und bei denen, die sie erleiden, tiefgreifende Auswirkungen hat. Doch „indem Prekarität die Zukunft überhaupt im Ungewissen lässt“, fährt er fort, „verwehrt sie den Betroffenen gleichzeitig jede rationale Vorwegnahme der Zukunft und vor allem jenes Mindestmaß an Hoffnung und Glauben an die Zukunft, das für eine vor allem kollektive Auflehnung gegen eine noch so unerträgliche Gegenwart notwendig ist.“ 
Tatsächlich hat unsere Studie an der Universität Jena, bei der hundert Menschen im Leistungsbezug interviewt wurden, gezeigt, dass die gesamte Energie vieler Betroffener in die Organisation ihres prekären Alltags fließt, sodass, wie Bourdieu schon sagt, zukunftsgerichtetes Denken überhaupt nicht möglich ist. Das Problem der Alltagsbewältigung erlaubt gar nicht, über das Hier und Jetzt strategisch hinauszudenken, und es bietet auch kein positives Identifikationspotenzial oder die Möglichkeit der Solidarisierung mit anderen. Arm zu sein oder Hartz IV zu beziehen ist ein gesellschaftlich nicht anerkannter Status, und Betroffene fürchten sich davor, sich zu outen und damit kann man sich nicht positiv als Gruppe identifizieren. Insofern halte ich das von Ihnen skizzierte Szenario für eher unwahrscheinlich, doch ohne Veränderungen werden soziale Konflikte zweifellos an Schärfe gewinnen.
Gleichzeitig aber begünstigen die mit Prekarität einhergehende Angst und Unsicherheit ein Klima der Entsolidarisierung und eine Hinwendung zu mehr Egoismus. Das hat Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Solange es einen Sozialstaat gab, der Teilhabe ermöglichte sowie soziale Sicherungssysteme gewährleistete, die auch bei längerfristiger Arbeitslosigkeit, Menschen auf einem Niveau auffing, das nicht den untersten Rand markiert, funktionierte der Zusammenhalt. Doch das gilt seit Hartz IV nicht mehr, denn Hartz IV steht für ganz unten sein, für nicht anerkannt sein in der Gesellschaft und ohne basale Sicherung entsteht ein Klima der Entsolidarisierung. Häufig resultiert daraus bei Menschen in prekären Lebenslagen das Phänomen einer Abgrenzung „nach unten“. In unseren Interviews mit SGB II-Leistungsbeziehenden findet sich immer wieder das dominante Motiv zu sagen: „Es gibt diese typischen Hartz IVler, die nur abzocken wollen, aber ich nicht, denn ich gebe mir Mühe, da rauszukommen.“ Doch weil das fast alle sagen, erweist sich die Aussage als absurd.

Welche Handlungsoptionen hat Politik, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken und Armut so gut wie möglich zu vermeiden? 
 

Innerhalb der beschriebenen grundlegenden Ungleichheitsordnung ist Sozialpolitik ein wesentliches Politikfeld, denn sozialpolitisches Handeln hat einen erheblichen Einfluss auf die Verteilung von gesellschaftlichen Ressourcen sowie auf individuelle Teilhabechancen. Doch umfassende Lösungen für das soziale Problem der Armut werden nicht nur im Feld der Sozialpolitik entschieden, hinzu kommen Bildungs-, Familien-, Arbeitsmarkt- und nicht zuletzt Finanzpolitik, da es immer auch um die Verteilung begrenzter Mittel zwischen verschiedenen Ressorts geht. Der Sozialpolitik kommt jedoch bei der Bekämpfung von Armut eine Scharnierfunktion zwischen diesen Politikfeldern zu. 
Letztlich braucht es einen aktiven Sozialstaat, der die Rahmenbedingungen für eine Politik der Chancenermöglichung zur Verfügung stellt, aber das ginge deutlich über das mikroökonomische Weltbild hinaus und erfordert eine stärkere Regulierung von Erwerbsarbeit bei weitgehender staatlicher Absicherung von Beschäftigungsrisiken sowie eine Ermöglichung von anerkannten Alternativen jenseits von Erwerbsarbeit durch Entkopplung von Erwerbsarbeit und Existenzsicherung.
Was wir aber sehen ist die Tendenz im Sinne des neoliberalen Gedankens, dass wir immer mehr staatliche Aufgaben in den privaten Sektor verschoben werden. Diese Externalisierung führt dazu, dass für bestimmte existenzsichernde Leistungen etwas gezahlt werden muss, was vorher nichts gekostet hat oder subventioniert, also kostengünstig zur Verfügung stand. Das heißt, es gibt keinen Rechtsanspruch auf diese Leistungen und stattdessen besteht wie bei den nicht profitorientierten Tafeln eine Form der Mildtätigkeit, bei denen sich nicht immer alle Bedürftigen hundertprozentig darauf verlassen können, dass diese Leistungen auch zur Verfügung stehen. Dass sich der Staat damit zum Teil aus der Daseinsvorsorge für Menschen zurückzieht, ist seinerseits ein Armutszeugnis. 
Um im Kampf gegen Armut erfolgreich zu sein, bräuchte es zwei Dinge: Zum einen eine Grundsicherung, um soziale Sicherheit zu schaffen, die Menschen nicht nur auf einem absolut untersten Niveau gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Doch heute gilt der Satz der Schweizer Sozialwissenschaftlerin Silvia Staub-Bernasconi, wonach „Armut bedeutet, sich täglich zwischen der Befriedigung unterschiedlicher elementarer Bedürfnisse entscheiden zu müssen, also Teilhabe auf einem Niveau, wo sich jeden Tag immer wieder die Frage stellt, was geht und was geht nicht.“
Zum anderen bedarf es einer präventiven Unterstützung, also nicht Hilfe erst dann, wenn es sehr heftig brennt und nicht mehr anders geht, sondern präventive Armutspolitik in Kombination mit Nachhaltigkeit, was bedeutet, dass Hilfe nicht abrupt mit der Aussage endet: „Ab jetzt bist Du wieder auf Dich allein gestellt“, denn für viele Betroffene ist ihr ganzes Leben ein Pendeln zwischen Leistungs- und Nichtleistungsbezug, sie sind in der Mühle der Prekarität: nicht mehr ganz draußen, aber auch noch nicht drinnen. 

Was können Kommunen als „Lebensort von Armen“ zur Armutsbekämpfung und zur Verbesserung der sozialen Lage beitragen? 

 
Auf viele Rahmenbedingungen wie etwa die Höhe der Sätze im SGB II-Leistungsbezug haben Kommunen keinen Einfluss. Dennoch spielen Kommunen in diesem Kontext eine wichtige Rolle, denn eine sozialräumliche Perspektive auf Armut zeigt, dass die soziale Position von Menschen in Armutslagen sich nicht nur räumlich widerspiegelt, sondern auch durch den Raum miterzeugt wird. Auch wenn strukturelle Prozesse sozialer Ungleichheit damit nicht infrage gestellt werden, ist es sinnvoll, an die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum anzuknüpfen und sie zu stärken, um Menschen in symbolisch abgewerteten Stadtteilen handlungsfähig zu machen.
Dazu gehört auch, bislang spezialisierte und versäulte Hilfesysteme und Zuständigkeiten von Ämtern miteinander zu vernetzen, um so Brüche und Unübersichtlichkeit zu vermeiden. Sinnvoll ist sicher auch der in Nordrhein-Westfalen von Land und Kommunen geförderte Präventionskettenansatz, wonach Kinder und Jugendliche über die gesamte Spanne des Aufwachsens unterstützt werden sollen. Zudem gilt es zu entscheiden, was auf der Prioritätenliste ganz oben stehen soll, denn das kann von Ort zu Ort ganz unterschiedlich sind. In meinem Wohnort Kiel zum Beispiel leben im Stadtteil Kiel-Gaarden gemessen am Leistungsbezug ihrer Eltern rund 60 Prozent aller Kinder in Armut. Dass sie auf der kommunalen Prioritätenlis­te ganz oben stehen, versteht sich von selbst, doch das Problem in vielen Kommunen ist dabei, dass Interventionen meist in Projektform erfolgen, also zeitlich limitiert sind. 
Unsere vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen durchgeführte Evaluation des Bildungs- und Teilhabepakets hat darüber hinaus gezeigt, wie unterschiedlich Kommunen bei dessen Umsetzung agieren, da gibt es geradezu einen Flickenteppich an Maßnahmen: Während die einen einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu den Förderangeboten schaffen, haben andere Kommunen die Hürde für die Inanspruchnahme etwa durch kompliziertere schriftliche Antragsverfahren sehr hoch angesetzt.
Hilfreich wäre zudem gewiss ein Wiederaufleben der „alten“ Gemeinwesenarbeit mit einer Sozialen Arbeit, die Menschen – wieder – handlungsfähig macht, empowert und befähigt, ihre eigenen Geschicke in ihrem Lebensumfeld selbst in die Hand zu nehmen und mit anderen gemeinsam zu gestalten. Doch auch das darf kein Projekt nur über ein, zwei Jahre sein, denn das Erlernen von Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit im positiven Sinne braucht einen langen Atem. 
 

Kontakt

Prof. Dr. Kai Marquardsen
Lehrgebiet „Armut und soziale Ungleichheit
im Kontext der Sozialen Arbeit“
Fachhochschule Kiel
Tel.: 0431 2103023
kai.marquardsen@fh-kiel.de
https://www.fh-kiel.de

Das Interview führten

Susanne Marx
Tel.: 02041 767201
s.marx@gib.nrw.de
Paul Pantel
Tel.: 02324 239466
paul.pantel@vodafonemail.de

Text

Paul Pantel

 

Artikelaktionen