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(Heft 3/2021)
Bilanzierung und Perspektive des Schulprojekts „Lebenswelten aktiv gestalten“

Vom Ich übers Ihr zum Wir

Das Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten (LAG)“ hat in seiner fünfeinhalbjährigen Förderzeit rund 6.000 Schülerinnen und Schüler im Ruhrgebiet erreicht und ist im Sommer dieses Jahres ausgelaufen. Das Bildungszentrum des Handels e. V. (BZdH) in Recklinghausen hat als Projektträger am 20. Mai 2021 einen „Verstetigungsworkshop“ ausgerichtet –, dabei eine Bilanz gezogen und den Blick in die Zukunft gerichtet.

Im Jahr 2016 kam in der Arbeitsgruppe der Kommunalen Koordinierungsstellen im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) die Idee auf, ein Projekt für jüngere Schülerinnen und Schüler ins Leben zu rufen. „Es sollte darum gehen, Fünft- und Sechstklässlerinnen und -klässler von ihrer Persönlichkeit her so gut vorzubereiten und zu stärken, dass sie im Anschluss ab der 7. Klasse auch einen erfolgreichen Berufsorientierungsweg im Rahmen von ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ (KAoA) einschlagen können“, erklärt Gabriele Bültmann, Geschäftsführerin des BZdH, das diese Herausforderung als Träger des Projekts annahm. Im späteren Projekt-Flyer ist die Zielsetzung detaillierter beschrieben. Das Projekt möchte: „soziale, methodische und persönliche Kompetenzen zur Unterstützung der Voraussetzungen von „Ausbildungsreife“ und Hilfen zur Bewältigung des Alltags vermitteln, Schulversagen und Schulabbruch durch den Erwerb von Selbstvertrauen verhindern, Durchhaltevermögen und Freude am Lernen vermitteln sowie Elemente kultureller Bildung nutzen, sodass die Kinder sich als wirksamer Teil eines kulturellen Entwicklungsprozesses erleben können und so individuelle Zugänge zur Kultur entdecken.“

In der Pilotphase von 2016 bis 2017 übernahm die eine Hälfte der Projektkosten das damalige MAIS NRW (heute MAGS NRW) aus ESF-Mitteln, die andere die RAG-Stiftung. Denn das Projekt sollte in der sogenannten „Kohlerückzugsregion“ angesiedelt sein, also in Städten im Ruhrgebiet, die ehemals vom Steinkohlenbergbau geprägt waren und nun mit dem Strukturwandel zu kämpfen haben. „Der Steinkohlenbergbau hat in der Vergangenheit hunderttausend Jugendlichen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geboten, die durch sein Ende im Jahr 2018 entfallen sind“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung. „Unser Förderfokus liegt deshalb insbesondere auf dem Bereich Bildung.“

In der Pilotphase im Jahr 2016 erreichte das Projekt 400 Kinder an fünf Schulen in der Emscher Lippe Region. Am Ende des Pilotjahrs wurde eine Ausweitung beschlossen, weil die Resonanz der Beteiligten, vor allem auch der Schulen, äußerst gut war. Dies wurde möglich, weil die Stiftung Mercator in die Förderung einstieg. Ab 2017 kamen nun pro Jahrgang rund 1.460 Schülerinnen und Schüler an 19 Schulen in zwölf Kommunen in den Genuss des Projekts. „Für uns bedeutete das zugleich auch eine qualitative Erweiterung unseres Projektansatzes um die kulturelle Bildung“, so Gabriele Bültmann.

Die Stiftung Mercator habe hier ihren Erfahrungsschatz einbringen wollen, sagt Helmut Seidenbusch, Leiter des Bereichs Kulturelle Bildung der Stiftung und selbst lange Jahre als Künstler und in verschiedenen Kultureinrichtungen tätig. „Die Kunst eignet sich besonders gut zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt, weil sie etwas Aktives ist und sie die Menschen nicht bei ihren Defiziten anspricht, sondern bei ihren Potenzialen und individuellen Fähigkeiten.“ Das führe dazu, dass die Menschen, mit denen man arbeitet, sich emotional und geistig öffnen.

Sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler im Fokus
 

In der Praxis wurde das Projekt bevorzugt an allgemeinbildenden Schulen umgesetzt, an denen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche einen großen Anteil der Schülerschaft ausmachen – und zwar verpflichtend für eine gesamte Jahrgangsstufe überwiegend in Kleingruppen von etwa fünf Schülerinnen und Schülern. Bei der Auswahl der Schulen (Haupt-, Sekundar-, Real- und Gesamtschulen) halfen die Kommunalen Koordinierungsstellen. Das BZdH wiederum wählte die Träger aus, die das Projekt an den Schulen umsetzten. „Zusätzlich haben wir für die Trainerinnen und Trainer Schulungen angeboten, damit alle den Geist des Projektes verstehen und es in diesem Sinne umgesetzt wird“, berichtet Gabriele Bültmann.

Bei dem kleinen Betreuungsschlüssel kamen in den Schulen über 300 Gruppen pro Schuljahr zusammen und eine entsprechend große Anzahl an Trainerinnen und Trainern. Durch das Konzept der Kleingruppen war es ihnen möglich, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen und jedes Kind dort abzuholen, wo es stand. Gestartet wurde jeweils mit Projekttagen in der 5. Klasse. Zum Beispiel boten freischaffende Künstlerinnen und Künstler verschiedenste Workshops an. In der regulären Projektphase in der 6. Klasse setzten sich die Schülerinnen und Schüler in den Kleingruppen dann über das gesamte Schuljahr wöchentlich meis­tens am Nachmittag zwei bis drei Stunden mit sich selbst und ihren Lebenswelten auseinander. Das Angebot war zweigeteilt: Zwei Drittel erlebnisorientierte Aktionen, ein Drittel kulturelle Bildung. Im Rahmen des erstgenannten Teils durchliefen die Kinder insgesamt fünf Module, die in einem vom BZdH erarbeiteten Modulhandbuch detailliert dargestellt sind. „Unser Slogan war: ‚Vom Ich übers Ihr zum Wir‘“, erklärt Projektleiter Steffen Hohmann. Wer bin ich? Was kann ich? Was macht mich stark? – das seien die zentralen Fragen gewesen, wobei immer auch die Gemeinschaft der Gruppe im Mittelpunkt stand.

Das Koordinationsteam beim BZdH hatte als Schnittstelle zwischen den insgesamt acht Trägern, 19 Schulen und dem BZdH eine wichtige Funktion. Zum Beispiel organisierte es vierteljährlich Kooperationstreffen zur Abstimmung von einheitlichen Regeln im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern, an denen Vertreterinnen und Vertreter des BZdH, der Schulen, der Träger und der Kommunalen Koordinierungen teilnahmen. Darüber hinaus gab es nach der Pilotphase an jeder Schule und bei jedem Träger eine feste Ansprechperson für das Projekt. Das habe besonders die Einbindung der externen Kräfte wesentlich verbessert, so Gabriele Bültmann.

Begleitet wurde das Projekt vom Steuerungskreis des Projektes, dem alle kommunalen Koordinierungen und das Projektteam des BZdH angehörten. Darüber hinaus traf sich zweimal im Jahr der Lenkungskreis, bestehend aus den Fördermittelgebern, der G.I.B. und dem BZdH, um sich über den aktuellen Projektverlauf auszutauschen.

Zu jedem Modul führte das BZdH Schulungen für die Trainerinnen und Trainer bei den Trägern durch sowie auch Schulungen zu übergeordneten Themen, etwa zum Umgang mit Mobbing und mit Konflikten oder – an vielen Schulen durch die hohe Quote an Kindern mit Migrationshintergrund besonders wichtig – zum Thema interkulturelle Kompetenz.

Das Modulhandbuch schlägt zu den verschiedenen Themen vor allem Teamspiele vor. In ihm sind genau die benötigten Materialien aufgeführt, die einzuplanende Zeit, Ziele und Inhalte angegeben sowie die anzuwendenden Methoden und Übungen, die auch sehr genau beschrieben sind.

Gleichzeitig hatten die Beteiligten vor Ort große Freiheiten. So entstanden in dem Lebenswelten-Rahmen zahlreiche Kunstprojekte, zum Beispiel Beatbox-, Foto- oder Graffiti-Workshops, die von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen wurden. Und auch die Schulen nahmen das Projekt sehr positiv auf. Sie merkten schnell, dass sich die persönliche Entwicklung der Kinder, zum Beispiel das verbesserte Selbstvertrauen, auch positiv auf den regulären Unterricht auswirkte.

Die Fördergeber sehen die in das Projekt gesetzten Hoffnungen ebenfalls erfüllt. „Toleranz, Solidarität, Zusammenhalt und Achtsamkeit waren früher unter Tage überlebenswichtig und werden seitdem im Revier gelebt. Heute wie damals sind sie die Grundlage für ein gutes Miteinander in einer pluralen Gesellschaft“, sagt zum Beispiel Bärbel Bergerhoff-Wodopia.

Evaluation bestätigt positive Effekte
 

Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation (März 2018 bis Februar 2021) durch ein Team des Instituts für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Prof. Dr. Sandra Aßmann und Dr. Katja Serova, konnte die positiven Effekte von „Lebenswelten aktiv gestalten“ (LAG) bestätigen. So gebe es eine hohe Übereinstimmung zwischen den gesetzten Zielen und den beobachtbaren Erfolgen in der Praxis. „Das Projekt bestärkt, empowert und öffnet neue Horizonte für junge Menschen, die solche Zuwendung besonders nötig haben“, heißt es im Evaluationsbericht. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler zeigten demnach in hohem Maße Zufriedenheit mit dem Projekt (Spaß und Lernen ohne Leistungsdruck), sondern auch die Trainerinnen und Trainer und das Lehrpersonal (Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, Relevanz für die Zielgruppe).

Als Stärken des Projekts bezeichnet die Evaluation neben der Kontinuität die Tatsache, dass die Klassenverbände aufgebrochen wurden und dass das Projekt einen im Gegensatz zum regulären Unterricht non-formalen Charakter hatte. „Gewiss, über die Schule werden die formal wichtigen Kompetenzen vermittelt, die einem dann auch möglichst einen guten Berufsstart ermöglichen, aber es ist ja unstrittig, dass gerade für erfolgreiche Berufskarrieren auch noch andere Kompetenzen wichtig sind“, sagt Sandra Aßmann.

Mit Blick auf die Vermittlung von sozialer Kompetenz stellt die Evaluation fest, dass die Schülerinnen und Schüler ihre schon vorhandenen Konfliktlösungsstrategien im Projekt expliziter thematisieren und kritisch reflektieren konnten, insbesondere in Bezug auf universale, kulturübergreifende Werte. Außerdem habe LAG durch die Beschäftigung mit Geschlechterrollen und einen interkulturellen und interreligiösen Austausch eine Möglichkeit zur Auflösung stereotyper Bilder und Verhaltensmuster geboten. Das alles könne man nur erreichen, indem man eine positive Lernatmosphäre schaffe, sagt Katja Serova. Und dafür habe LAG trotz des Ortes Schule, der für viele Kinder auch für negative Erfahrungen stehe, eine Lösung gefunden.

In Bezug auf die kulturelle Bildung stellt die Evaluation fest, dass Kunst für die Schülerinnen und Schüler vor der Teilnahme an dem Projekt eine wenig bekannte Lebenswelt darstellte. „LAG ermög­lichte es den Teilnehmenden, im Rahmen der kreativen Betätigung aus gewohnten Mustern und Rollen auszubrechen, neue Perspektiven einzunehmen, sich neu zu entdecken und ungeahnte Potenziale zu entfalten. Dadurch fungierte die kulturelle Bildung als ein Werkzeug der Kompetenzvermittlung und trug zudem zur Empathie und Teamarbeit bei.“

Wenn es einen kleinen Wermutstropfen in dem Projekt gab, dann war es die Tatsache, dass es kaum gelang, die Eltern der Kinder mit ins Boot zu holen. Allerdings, so Sandra Aßmann, ließe sich das im Rahmen eines solchen Projekts kaum verändern. Es handele es sich hierbei um ein Systemproblem, das nur langfristig und mit speziellen Angeboten angegangen werden könne.

Kompetenzen, die helfen, gute Entscheidungen zu treffen
 

Aus arbeitspolitischer Sicht wird das Projekt als Grundlage für den sich ab der 7. Klasse anschließenden Prozess der Berufsorientierung gesehen, der mit der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ landesweit an allen Schulen etabliert ist. Denn die Schülerinnen und Schüler erlangen durch „Lebenswelten aktiv gestalten“ unter anderem die Kompetenz, in ihrem Leben für sich selbst gute Entscheidungen zu treffen, und dazu gehört auch ganz wesentlich eine stimmige Berufswahl. „Wir reden mit den Kindern nicht explizit über Berufe, aber die Module beinhalten Einheiten, die sich mit der persönlichen Zukunft beschäftigen“, erläutert Steffen Hohmann. „Es findet eher spielerisch die Auseinandersetzung mit Berufswünschen statt, die in diesem Alter natürlich auch noch unrealistisch sein dürfen. Es geht dann für die Kinder darum, zu erkennen, was sie mit ihren Stärken und Schwächen anfangen können und was sie tun müssten, um ihre Ziele auch tatsächlich zu erreichen. In diesem Umfang und dieser impliziten Form halte ich die Berufsorientierung auch in diesem frühen Alter durchaus für sinnvoll.“

„Diese erste Verbindung zur Berufsorientierung macht großen Sinn, denn die sich in den nachfolgenden Schuljahren anschließenden Standardelemente nach KAoA sind im Prinzip so etwas wie eine Weiterführung“, sagt Sabina Kocot vom MAGS. „Unterstützung der Berufsorientierung durch Persönlichkeitsstärkung – so würde ich es auf den Punkt bringen.“

Aber auch die kulturelle Bildung liegt Sabina Kocot sehr am Herzen: „Lebenswelten aktiv gestalten“ zeichne sich insbesondere durch seinen ganzheitlichen Ansatz aus und dadurch, dass das Projekt viele Tausend Schülerinnen und Schüler, gerade auch aus sozial schwächeren Familien, erreicht und ihnen neue Horizonte eröffnet habe.

Wege zur Verstetigung dringend gesucht
 

Zwar war allen Beteiligten klar, dass Projekte immer endlich sind. Die Empfehlung, die Sandra Aßmann und Katja Serova aus wissenschaftlicher Sicht mit Blick auf eine Verstetigung des Projekts geben, fällt aber eindeutig aus: „Die Quintessenz aus der wissenschaftlichen Begleitung ist eine nachdrückliche Empfehlung, die sehr intensiv und aufwändig aufgebauten regionalen Kooperationsstrukturen zwischen dem formalen Kontext Schule und dem non-formalen Kontext Projekt wertzuschätzen, ernstzunehmen und durch eine adäquate Förderung aufrechtzuerhalten und auszubauen.“ Bei Wegfall einer verlässlichen Finanzierung drohe dieses Netzwerk, dessen Aufbau mehrere Jahre gedauert habe, verloren zu gehen, so die Befürchtung von Katja Serova.

Im Evaluationsbericht heißt es weiter: „Mit Lebenswelten aktiv gestalten liegt ein gut ausgearbeitetes und erprobtes Konzept vor, das beständig weiterentwickelt wurde. Daher erachten wir es als lohnenswert, für das Projekt Verstetigungsoptionen zu eröffnen und kreativ über neue Finanzierungsstrategien nachzudenken.“

Das Modulhandbuch erscheint hierfür als eine sehr gute Grundlage, so Sabina Kocot: „Es ist nicht nur ein Handbuch dabei herausgekommen, das nun auch weiteren Schulen zur Verfügung steht, sondern ein gut ausgearbeitetes und über Jahre erprobtes Konzept.“ Zur Sicherung der Nachhaltigkeit gelte es zu ermitteln, auf welchen unterschiedlichen Wegen man das Projekt weiter verbreiten und bekannt machen könne. Das seien die „offenen Enden“ des Projekts, die auch deshalb entstanden seien, weil die Pandemie dem Projekt zum Schluss einen Strich durch die Rechnung gemacht habe. Deshalb hat Sabina Kocot die Möglichkeit einer Verstetigung über die Förderlinie REACT-EU ins Spiel gebracht – das ist eine Initiative der Europäischen Union zur Bekämpfung der Folgen der Covid-19-Pandemie.

Darüber hinaus sieht Sabina Kocot die Möglichkeit, eine Synergie mit dem schon viele Jahre laufenden NRW Landesprogramm „Kultur und Schule“ herzustellen, das einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt wie die kulturelle Bildung im Rahmen von LAG. „Im Rahmen dieses Programms können Schulen gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern Anträge für Projekte stellen. In diesen Ansatz könnte man das Modulhandbuch mit einbeziehen und so die Konzepte von ‚Lebenswelten aktiv gestalten‘ weiter am Leben halten.“ Darüber hinaus hätten Schulen zum Beispiel über Fördervereine gegebenenfalls auch selbst Gelder zur Verfügung, mit denen Projekte finanziert werden könnten.

Basis für die Sicherung und Verstetigung ist also das Modulhandbuch, welches überarbeitet wurde und digital zur Verfügung gestellt wird. „Wir richten uns jetzt an eine breitere Gruppe von Adressatinnen und Adressaten und haben das Handbuch, das jetzt Handreichung heißt, an den fächerübergreifend zu vermittelnden Kompetenzen der Curricula ausgerichtet“, erklärt Steffen Hohmann. „Wir halten es für möglich, dass Schulen das Projekt ähnlich wie bisher weiterführen, aber auch, dass einzelne Elemente von Lehrkräften zum Beispiel auf Klassenfahrten oder zu Beginn des Schuljahrs aufgegriffen werden.“

Die Handreichung bezieht sich auf den erlebnisorientierten Teil des Projekts. Der Teil der kulturellen Bildung lag in der Hand der Träger, die in diesem Bereich relativ freie Hand hatten. Um die dort gemachten Praxis-Erfahrungen ebenfalls vermitteln zu können, stellt das BZdH Best-Practice-Beispiele zur Verfügung und auch Empfehlungen, wie man die kulturelle Bildung mit dem Modulhandbuch verknüpfen kann.
Steffen Hohmann glaubt, dass an vielen offenen Ganztagsschulen ein gro­ßer Bedarf zur qualitativen Aufwertung des Nachmittagsangebots vorhanden sei. Auch Sabina Kocot sieht im Transfer in den offenen Ganztag eine weitere Möglichkeit und empfiehlt, das entsprechende Ressort des Schulministeriums zur Umsetzung dieser Idee mit einzubinden. Die Evaluation gibt dabei zu bedenken, dass zwei wesentliche Erfolgsfaktoren bei einer Verstetigung berücksichtigt werden sollten. Das ist zum einen die Umsetzung in Kleingruppen und zum anderen die Durchführung durch Externe, die den Schülerinnen und Schülern unvoreingenommen gegenübertreten.

Gabriele Bültmanns Resümee zu fünf­einhalb Jahren „Lebenswelten aktiv gestalten“ klingt noch einmal wie ein flammendes Plädoyer für eine Fortsetzung: „Das, was wir uns theoretisch überlegt und entwickelt haben, ist in der Praxis in den Schulen und vor allen Dingen bei den Kindern auch wirklich angekommen.“

Mittlerweile hat das BZdH einen Antrag für eine eineinhalbjährige Förderung zur Verstetigung und Sicherung der Nachhaltigkeit des Projektes im Rahmen der REACT-EU-Förderlinie gestellt. Die Entscheidung über den Antrag befindet sich im laufenden Verfahren.

Kontakte

Bildungszentrum des Handels e. V.
Wickingplatz 2 – 4, 45657 Recklinghausen
Gabriele Bültmann, Geschäftsführerin
Tel.: 02361 4806100, g.bueltmann@bzdh.de
Steffen Hohmann, Projektleiter
Tel.: 0261 4806153, s.hohmann@bzdh.de

Institut für Erziehungswissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstr. 150, 44801 Bochum
Prof. Dr. Sandra Aßmann
Tel.: 0234 3223783
sandra.assmann@rub.de
Dr. Katja (Ekaterina) Serova
Tel.: 0234 3224981
katja.serova@rub.de

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und
Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Referat Fachkräftesicherung (II A 4)
Fürstenwall 25, 40219 Düsseldorf
Sabina Kocot, Tel.: 0211 8553246
Sabina.Kocot@mags.nrw.de

Stiftung Mercator
Helmut Seidenbusch, Leiter Bereich
Kulturelle Bildung, Tel.: 0201 2452237
helmut.seidenbusch@stiftung-mercator.de

RAG-Stiftung
Bärbel Bergerhoff-Wodopia
Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung
Im Welterbe 10, 45141 Essen
Rebecca Stüsser, Referentin Bildung,
Wissenschaft, Kultur, Tel.: 0201 3783364
rebecca.stuesser@rag-stiftung.de

Ansprechperson in der G.I.B.

Dr. Christin Krajewski
Tel.: 02041 767177
c.krajewski@gib.nrw.de

Autor

Frank Stefan Krupop
Tel.: 02306 741093
frank_krupop@web.de
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