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(Heft 2/2021)
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Allzu komplex sind manche Herausforderungen, als dass sie sich von Einzelnen – seien es Individuen oder Institutionen – allein bewältigen ließen. In solchen Fällen bieten sich Kooperationen an, denn sie bündeln Ressourcen wie etwa Finanzen, Personal und vor allem Kompetenzen. Gemeinsam gelingt es besser!

Wir haben deshalb die Vielfalt an Kooperationen zum Schwerpunktthema im vorliegenden G.I.B.-Info gemacht, in dem Arthur Benz, Professor im Ruhestand an der TU Darmstadt, berichtet, dass die Verwaltung in unserem föderalen System schon früh auf Kooperationen setzte, um den Vollzug von Gesetzen zu erleichtern.

Kooperationen sind aus keinem arbeits- und sozialpolitischen Handlungsfeld mehr wegzudenken. Beispielhaft dafür steht die zweckgerichtete Zusammenarbeit einer Vielzahl von Akteuren auf kommunaler Ebene bei der Umsetzung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) sowie – auf Landesebene – der Ausbildungskonsens NRW, der dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen erreicht. Für dessen Beschlüsse gilt das Prinzip der Einstimmigkeit. Wie das trotz mitunter divergierender Einzelinteressen möglich ist, illustrieren die Antworten gleich mehrerer Mitglieder der Kooperative im G.I.B.-Interview.

Dass Kooperationen indes kein Selbstzweck sind, stellt Stefan Kulozik, Leiter der Abteilung Arbeit und Qualifizierung im MAGS NRW, klar: „Erst durch Wirkung und Erfolge legitimiert sich eine Kooperation.“ Ihre Berechtigung haben in diesem Sinn viele Kooperationen, von denen wir einige in diesem Heft vorstellen: die Bildungs­initiative RuhrFutur zum Beispiel, ein Verbund von Akteuren mit dem Ziel, mehr Bildungsgerechtigkeit im Ruhrgebiet zu schaffen, oder das „Memorandum of Understanding“, eine Kooperation zwischen Handwerk.NRW und dem Fraunhofer-Institut UMSICHT.

Gespannt sein dürfen wir zudem auf die Kooperationsresultate des Kompetenzzentrums HUMAINE. Das jüngst gebildete Konsortium mit Beteiligten aus Wissenschaft und Wirtschaft will Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt so eingesetzt sehen, dass sie die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und idealerweise auch die Lebensbedingungen der Menschen verbessert, sagt Konsortialsprecherin Prof. Dr. Uta Wilkens von der Ruhr-Universität Bochum im G.I.B.-Gespräch.

Welche Rolle Künstliche Intelligenz und Digitalisierung schon beim Übergang von der Schule in den Beruf spielen, zeigen die im Technikzentrum Minden-Lübbecke entwickelte „digitale Talentkarte“ sowie die virtuellen Angebote zur Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche in der Region Hellweg-Sauerland. Hier geht es um die Fachkräfte der Zukunft. Für die Fachkräfte der Gegenwart ist permanente Weiterbildung Pflicht, ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor für Beschäftigte wie auch für Unternehmen, mit dem sich gleich mehrere Artikel in dieser Ausgabe befassen.
Nicht aus dem Blick zu verlieren sind beim Thema Fachkräftesicherung Menschen, die es aus unterschiedlichsten Gründen schwerer haben, den Weg in den Arbeitsmarkt zu finden. Wie sie es trotzdem schaffen können, erschließt sich aus unseren Texten zur Umsetzung des Teilhabechancengesetzes in der Stadt Essen sowie zum von der G.I.B. herausgegebenen Reader „Integration und Teilhabe beeinträchtigter Menschen“.

Weitere Themen in diesem Heft: eine Veranstaltung zum Sozialbericht 2020 der Landesregierung, die Auftaktveranstaltung zur neuen Förderphase „Zusammen im Quartier“ (ZiQ), ein virtuelles Treffen des Netzwerks Armutsprävention und die Eröffnung des Deutschen Instituts für Sozialpolitikforschung (DIFIS) mit zwei Standorten, davon einer im Ruhrgebiet.

Bleibt noch das unvermeidbare Thema Geld. Konkret: Die von der Europäischen Union zusätzlich zur Verfügung gestellten Finanzmittel der Initiative REACT-EU für die am stärks­ten Benachteiligten. Die damit geförderten Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Mehr darüber weiß André Müller aus der ESF-Verwaltungsbehörde in Nordrhein-Westfalen. Wir haben ihn dazu befragt.

Eine informative und unterhaltsame Lektüre wünscht

Karl-Heinz Hagedorn

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