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(Heft 3/2020)
Die rechtskreisübergreifende Umsetzung des Qualifizierungschancengesetzes bei Jobcentern und Arbeitsagenturen in Nordrhein-Westfalen

Ein starkes politisches Signal für Weiterbildung

Seit Januar 2019 gilt mit dem Qualifizierungschancengesetz ein neues Gesetz zur Weiterbildung von Beschäftigten. Es eröffnet Arbeitsagenturen und Jobcentern neue Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung. Sie können zum Beispiel Unternehmen flexibler bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten unterstützen, etwa um sie für die Digitalisierung der Arbeitswelt zu rüsten. Wir haben uns einmal genauer angesehen, wie an den Standorten Dortmund, Paderborn und Wuppertal/Solingen jeweils die Arbeitsagenturen und Jobcenter mit dem neuen Instrument umgehen.

Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) bringt eine ganze Reihe von Neuerungen: Es verbreitert den Zugang zur Weiterbildungsförderung für Beschäftigte, die Förderleistungen werden verbessert, die Weiterbildungsberatung wird deutlich ausgebaut. Vor allem hat das Gesetz die Menschen im Blick, deren berufliche Tätigkeit durch neue Technologien in Gefahr ist, die in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen sind oder die sich in einem Beruf, in dem Fachkräftemangel besteht, beruflich weiterbilden möchten.

Als „starkes politisches Signal“ für Weiterbildung bezeichnet Dr. Andreas Kletzander, Vorstand Arbeitsmarkt und Kommunikation des Jobcenters Wuppertal, das QCG. „Das Gesetz reagiert auch darauf, dass es vor allem in vielen Industriebereichen zahlreiche geringqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, die auf die digitale Transformation und den Strukturwandel nicht ausreichend vorbereitet sind, und sich die Unternehmen schwertun, diese Menschen von sich aus zu qualifizieren“, ergänzt Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Das qualitativ Neue sei, dass mit dem QCG alle gering qualifizierten Beschäftigten in den Genuss einer Förderung kommen könnten. „Der zweite Aspekt, der sich darüber hinaus entwickelt hat, ist, dass das QCG auch für Arbeitslose ein sehr attraktives Sprungbrett darstellen kann, wieder in Beschäftigung zu kommen. Diese beiden Komponenten gab es vorher nicht.“

Im Vergleich zeigt sich, dass die Jobcenter und Arbeitsagenturen an den drei Standorten Dortmund, Paderborn und Solingen/Wuppertal das Potenzial des QCG erkannt haben, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Dortmund: Weiterbildungsberatung in zentraler Innenstadtlage
 

In Dortmund haben die Agentur für Arbeit und das Jobcenter bei der Umsetzung des QCG gemeinsam einen Fokus auf den Aspekt der Beratung gelegt und in zentraler Innenstadtlage ein repräsentatives und barrierefreies Ladenlokal – „planQ“ genannt – eröffnet, in dem sich Ratsuchende über alle Angebote und Beratungsmöglichkeiten rund um das Thema berufliche Weiterbildung informieren und sich auch direkt beraten lassen können.

Jobcenter-Pressesprecherin Vitalia Seidel betont, dass das planQ jedem Dortmunder und jeder Dortmunderin offensteht und dass man durch die zentrale Lage direkt am Dortmunder Rathaus bewusst auch darauf setzt, dass Laufkundschaft den Weg in die Beratungsstelle findet. Unter dem Einfluss der Corona-Krise konnte das planQ bislang nicht in der geplanten Form eröffnen, dies wird aber, sobald möglich, geschehen. „Uns in Dortmund ist es wichtig, die Themen aus dem QCG rechtskreisübergreifend anzugehen“, sagt Anna Markmann, Leiterin Markt & Integration und Mitglied der Geschäftsführung des Dortmunder Jobcenters. „Wir wollen mit diesem gemeinsamen Ladenlokal das Thema Qualifizierung ganzheitlich betrachten, ich glaube, dass uns das in Kooperation am besten gelingt“, ergänzt Alexander Sölter, Bereichsleiter Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit Dortmund.

Beide Rechtskreise sind mit je einer Vermittlungsfachkraft im planQ vertreten. Grundsätzlich soll in dem Ladenlokal sowohl eine Beratung mit vorher festgelegtem Termin möglich sein als auch eine unterminierte Beratung für alle Bildungsinteressierten und Ratsuchenden. Es gibt bereits Überlegungen, Räumlichkeiten in der zweiten Etage des Gebäudes dazuzumieten, um dort auch Informationsveranstaltungen zum Thema Weiterbildung anbieten zu können.

Neben dem planQ hat das Jobcenter Dortmund auch andere Projekte im Rahmen des QCG aufgesetzt, zum Beispiel ein Projekt mit der REWE Dortmund SE & Co. KG, bei dem Arbeitskräfte, die im Bereich der Frischetheken in Beschäftigung gebracht wurden, die Möglichkeit erhalten, eine abschlussorientierte Qualifizierung (Fachverkäufer/in) zu machen. Während in dieser Branche und auch im Pflegebereich überwiegend Frauen vom QCG profitieren, sind es im gewerblich-technischen Bereich überwiegend Männer. Dieses branchenabhängige Bild zeigt sich auch an den anderen Standorten.

Paderborn: Intensivvermittlerin bewirbt QCG
 

„Wir sind, was die Umsetzung des QCG angeht, noch relativ am Anfang“, sagt Klaus Mickenbecker, Teamleiter Markt und Integration beim Jobcenter Kreis Paderborn. „Wir haben aber seit Anfang des Jahres eine Integrationsfachkraft als sogenannte ‚Intensivvermittlerin‘ bestimmt, die tageweise im Außendienst ganz gezielt Unternehmen anspricht und das QCG bewirbt, vor allem auf dem Feld der betrieblichen Einzelumschulung.“ Diese Strategie sei vielversprechend, erste Erfolge konnten vermeldet werden, auch wenn man durch die Corona-Krise etwas zurückgeworfen worden sei.

Darüber hinaus arbeitet das Jobcenter Kreis Paderborn in Verbindung mit dem QCG auch mit der Personaldienstleister START NRW zusammen. Bisher wurden in diesem Jahr drei arbeitslose Leis­tungsbeziehende in die Zeitarbeit bei START vermittelt, die dann unmittelbar bei der Einstellung in eine über das QCG geförderte Umschulung eingemündet sind (Fachkraft Lager/Logistik, Industriemechaniker).

Der Austausch mit der Agentur für Arbeit zum QCG findet im Rahmen des gemeinsamen Arbeitgeberservice der beiden Rechtskreise statt. Thomas Fromme von der Agentur für Arbeit Paderborn, der als Arbeitsvermittler und Qualifizierungsberater im Arbeitgeberservice in Paderborn tätig ist, bestätigt die gute Zusammenarbeit bei Projekten in Unternehmen. Aus Sicht des SGB III sei das QCG im Kreis Paderborn jetzt schon ein Erfolg. Allein bei einem Maschinenbauunternehmen sei es zu über 30 Förderfällen im Bereich Business-Englisch gekommen. Insgesamt habe man das QCG-Geschäft deshalb auf sieben Personen in der Agentur für Arbeit verteilt, jeder Zweite im Arbeitgeberservice sei somit intensiv mit dem QCG beschäftigt.

Umschulungsprojekt im „Qualifizierungszentrum Textil“ in Wuppertal
 

Nach dem Modell der Zusammenarbeit mit der START-Zeitarbeit funktioniert auch ein größeres QCG-Projekt in Wuppertal. „Wuppertal ist ein alter Textilindustrie-Standort, der im Bereich der technischen Textilien – wie zum Beispiel Membranen, Komponenten für Werkstoffe, Filtergewebe – teilweise Weltmarktführer ist“, erklärt Dr. Andreas Kletzander. „Als der Verband der Rheinischen Textilindustrie sein Ausbildungszentrum in Wuppertal aufgab, haben wir die Wichernhaus Wuppertal gGmbH überzeugen können, diese gut ausgestattete Einrichtung als „Qualifizierungszentrum Textil“ zu übernehmen. Gleichzeitig entstand im Schulterschluss mit START NRW und der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal die Idee, ein Umschulungsprojekt für Maschinen- und Anlagenführer/-innen mit der Vertiefung Textiltechnik zu realisieren, das nun in dem Qualifizierungszentrum umgesetzt wird.“

Elf Personen, Frauen und Männer, stiegen Ende letzten Jahres in das über das QCG finanzierte, auf 16 Monate angesetzte Projekt ein. START NRW GmbH fungiert als Arbeitgeber, der die Umschülerinnen und Umschüler mit einem Arbeitsvertrag zu tariflichen Bedingungen beschäftigt, die Wichernhaus Wuppertal gGmbH führt die Umschulung mit ihren Fachleuten praktisch durch.

Als wichtig für den Erfolg des Projekts bezeichnet Dr. Andreas Kletzander eine sehr intensive Vorauswahl der Teilnehmenden. In Wuppertal fand im Vorfeld eine sechsmonatige berufliche Orientierungsmaßnahme in dem Qualifizierungszentrum statt, die die Teilnehmenden auf die Qualifizierung vorbereitete. Große Bedeutung habe auch, dass in der Einrichtung aufgrund der Ausstattung technisch modernste Standards vermittelt werden können. „Wir haben sehr gute Rückmeldungen, sowohl was die pädagogische Betreuung durch die Fachkräfte des Bildungsträgers Wichernhaus als auch die Qualität der Qualifizierung angeht.“ Daher sei man guter Hoffnung, dass es START NRW bei Abschluss der Maßnahme auch gelingt, die Teilnehmenden in Arbeit zu vermitteln, ergänzt Martin Klebe. Er macht außerdem deutlich, dass das Projekt für die Teilnehmenden hochattraktiv ist, „weil sie ein gutes Einkommen erzielen, was besonders bei SGB II-Maßnahmen normalerweise nicht der Fall ist.“

In der Hoffnung, dass andere Firmen diesem Beispiel folgen, also Unternehmen Kräfte zunächst einstellen und sie dann sofort qualifizieren, macht das Bergische Fachkräftebündnis entsprechend Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt. Dieser Zusammenschluss, in dem sich neben der Arbeitsagentur und den Jobcentern viele weitere Arbeitsmarktakteure im Städtedreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid engagieren, gibt seit Ende letzten Jahres das „Notizbuch“ heraus, das in ansprechender Form über Beispiele guter Praxis im Bereich von Qualifizierungsmaßnahmen berichtet. Ein Beispiel aus der letzten Ausgabe: Das für hochwertige Werkzeuge bekannte Wuppertaler Unternehmen Knipex hat in den letzten circa zwölf Jahren zunächst über das von der Bundesagentur für Arbeit genutzte Programm WeGebAU („Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“) und jetzt über das QCG ungefähr 50 Maschinen- und Anlagenführer qualifiziert.

Zögerlicher Einstieg
 

Weil sich die Fördermöglichkeiten des QCG auf Beschäftigte fokussieren, scheint es auf den ersten Blick für Jobcenter schwieriger nutzbar zu sein als für Arbeitsagenturen. Insgesamt sind Jobcenter bisher noch etwas zögerlich, wenn es darum geht, die neuen Möglichkeiten umzusetzen. Aber auch die Arbeits­agenturen hätten eine Zeit gebraucht, bis das QCG etabliert war, sagt Martin Klebe. Man habe aber erkannt, dass gerade für die Region des bergischen Städtedreiecks, in dem es noch viele Industriearbeitsplätze gebe, an denen An- und Ungelernte beschäftigt sind, das QCG zur Bewältigung des Strukturwandels ein sehr wichtiges Instrument sei. Für die Jobcenter stecke viel Potenzial im QCG. Gemeinsam mit der Regional­agentur Bergisches Städtedreieck habe man den Beschluss gefasst, den Strukturwandel in der Region vor allem auf der Grundlage des QCG zu befördern.

Der etwas zögerliche Einstieg ins QCG liege nicht am Gesetz selbst, sagt Klaus Mickenbecker. „Es hat einfach eine Zeit gedauert, bis wir bei den Mitarbeitenden das Bewusstsein dafür geschärft haben, dass es wichtig ist, arbeitslose Menschen nachhaltig zu integrieren.“ Auch mit Blick auf die vielen Erwerbsaufstockenden, die weiter vom Jobcenter betreut werden, sei es sinnvoll, den Blick auf Qualifizierung zu richten, ihnen vielleicht auch zunächst einmal zu einem Berufsabschluss zu verhelfen. „In Beratungsgesprächen mit Erwerbsaufstockenden sprechen wir jetzt ganz gezielt das QCG an und bitten sie auch, auf ihren Arbeitgeber zuzugehen.“

Damit das besser gelingt, hat das Jobcenter Kreis Paderborn einen Flyer für Arbeitgeber entwickelt, der detailliert und übersichtlich aufführt, was nach dem QCG gefördert werden kann und was nicht, welcher Anteil an Lehrgangskos­ten bei welcher Betriebsgröße übernommen werden kann und in welcher Höhe darüber hinaus Lohnkostenzuschüsse möglich sind (siehe auch Extrakasten).

GIB_Info_3_2020-26.jpgAuch das Jobcenter Dortmund hatte nach Verabschiedung des QCG im Jahr 2018 zunächst die Erwerbsaufstockenden in den Blick genommen. Allerdings seien die ersten Versuche, in diese Richtung mit dem QCG tätig zu werden, ernüchternd gewesen, sagt Anna Markmann. Von einer Gruppe von 100 Personen, die man versucht habe, zu einer abschluss­orientierten Qualifizierung zu bewegen, sei es nur in einem Fall zu einer Veränderung des Beschäftigungsverhältnisses gekommen. „Es kam also nicht mal zu einer Qualifizierung.“ Ein Schub nach vorne gelang erst mit den Projekten in Zusammenarbeit mit START NRW und dem geschilderten REWE-Projekt. Auf diesem Weg ist es in Dortmund bisher gelungen, 58 Menschen durch das QCG in Verbindung mit einem Arbeitsentgeltzuschuss (AEZ, Paragraf 81 Abs. 5 SGB III) auf den Weg zu einer Beschäftigung als Fachkraft zu bringen. „Dieser Weg ist bei uns wesentlich erfolgreicher als die Ansprache von bereits beschäftigten Menschen.“

Das QCG biete mehr Möglichkeiten, als man zu Beginn erkannt habe, konstatiert Dr. Andreas Kletzander für das Jobcenter Wuppertal. „Was wir vor allem brauchen, sind strategische Partner, die uns unterstützen, ein geeignetes Setting zu installieren – idealerweise einen großen Arbeitgeber und einen leistungsfähigen Qualifizierungsträger.“ In Wuppertal sei man mit vier Trägern in Gesprächen über konkrete Maßnahmen in den Arbeitsfeldern Hauswirtschaft, Pflege, Fachlagerist, Straßenwärter/in und erneut Maschinen- und Anlagenführer/in. Die Strategie, Qualifizierungen für größere Gruppen in Bereichen, in denen Fachkräfte gebraucht werden, zu organisieren, müsse man als Jobcenter stärker verfolgen. Das Projekt im Bereich Textil könne dafür als Blaupause dienen.

„Der größte Erfolgsfaktor ist ein Zusammenspiel aus der Unterstützerschaft in der Stadt und den eigenen Aktivitäten, insbesondere dem Kontakt zu Unternehmen, mit denen wir Förderprogramme dann auch umsetzen können“, sagt Anna Markmann. Auch an den Standorten Paderborn und Solingen/Wuppertal sieht man die gezielte Ansprache der Unternehmen als den entscheidenden Faktor bei der Umsetzung des QCG. Anna Markmann empfiehlt außerdem, zielgerichtet vorzugehen. So sei in Dortmund das Thema QCG in der Bildungszielplanung verankert. „Wir fragen uns also: Was wollen wir uns für das nächste Jahr vornehmen? Welche Branchen wollen wir ansprechen? Das führt dazu, dass man es auch schafft, mehr umzusetzen.“

Informationsdefizit bei Unternehmen

 

An allen drei Standorten stellen die Akteure noch ein größeres Informationsdefizit bezüglich des QCG fest.

Deshalb wünscht sich Klaus Mickenbecker eine stärkere Vermarktung des QCG im Rahmen einer zentral gesteuerten Werbekampagne. Es müsse bisher ein enormer Aufwand betrieben werden, Unternehmen für das Thema grundsätzlich aufzuschließen, sagt Martin Klebe. Vitalia Seidel rät den Jobcentern und Arbeitsagenturen allerdings, nicht auf zentrale Lösungen zur Bewerbung des QCG zu warten, sondern das Informationsdefizit an den Standorten eigenständig zu verringern. Sie könnte sich neben einer offensiven regionalen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema QCG vorstellen, auf Webseiten spezielle Informationen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber einzubinden oder eine eigene „Microsite“ für das Thema – auch in Kooperation mit mehreren Jobcentern – zu entwickeln.

Auch an dem Bewilligungsverfahren gibt es teilweise Kritik. Es sei extrem aufwendig und wirke auf Arbeitgebende abschreckend, meint Klaus Mickenbecker, schon allein dadurch, dass immer eine doppelte Antragstellung notwendig sei, einmal für die FbW-Maßnahme und einmal für den Arbeitsentgeltzuschuss. Viele Betriebe scheuten den organisatorischen und administrativen Aufwand; wer allerdings einmal mitgemacht hat, der tut es im Regelfall immer wieder, ergänzt Martin Klebe. „Man kann diese Hürden nur überwinden, wenn man dem Arbeitgeber signalisiert, dass man ihm die konkrete administrative Umsetzung eines Förderfalles so weit wie möglich abnimmt“, so Klaus Mickenbecker. Dafür sind in Paderborn sieben auf das Thema spezialisierte Vermittler/innen zuständig. Im Jobcenter Wuppertal übernimmt diese Aufgabe ein Team mit fünf sogenannten „Bildungslotsen“. In Dortmund ist für das gesamte Geschäft der Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) inklusive QCG ein spezielles Team zuständig. Damit mache man gute Erfahrungen.

Positiv bewertet Thomas Fromme die geplante Herabsetzung der Untergrenze von 160 auf 120 Stunden für Weiterbildungen. „Es gab bei uns einige Maßnahmen, die aufgrund der 160-Stunden-Regelung gekippt sind.“ Auch die Voraussetzung einer vierjährigen Berufstätigkeit nach einem Berufsabschluss bis zum Beginn einer Weiterbildung sieht Thomas Fromme kritisch. „Gerade von jungen Absolventen wird häufig nach Qualifizierungsmaßnahmen gefragt, insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Die werden durch die Regelung in ihrer beruflichen Entwicklung dann ausgebremst.“

Für wünschenswert hält Anna Markmann es außerdem, im QCG eine Möglichkeit zu verankern, Menschen, besonders Langzeitarbeitslose, die eine Umschulung machen, durch Coachs begleiten zu können. Derzeit bestehe nur die Möglichkeit, eigene Kräfte dafür einzusetzen.

„Grundsätzlich sind wir aber ganz zufrieden damit, wie wir das QCG umsetzen können“, sagt Alexander Sölter. Gerade dass der Fokus des QCG nicht nur auf den Geringqualifizierten liege, sondern auch auf allen anderen Beschäftigten, die in Bereichen tätig sind, in denen sich Technologien erneuern oder die in irgendeiner Weise vom Strukturwandel betroffen sind, erweitere die Möglichkeiten und die Reichweite der Arbeit der Arbeitsagentur. Für andere Standorte hat Alexander Sölter den Tipp: „Man sollte erstens rechtskreisübergreifend denken und zweitens viel in Beratung investieren. Unsere Erfahrung ist – das zeigt auch die steigende Zahl der Förderfälle –, dass sich dieses Investment letztendlich auszahlt.“

Ansprechperson in der G.I.B.

Pamela Marquas
Tel.: 02041 767167
p.marquas@gib.nrw.de

Kontakte

Jobcenter Dortmund
Anna Markmann, Leiterin Markt & Integration
Mitglied der Geschäftsführung
Tel.: 0231 8422192
Anna.Markmann@jobcenter-ge.de

Vitalia Seidel, Pressesprecherin, Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0231 8421216
vitalia.seidel@jobcenter-ge.de

Agentur für Arbeit Dortmund
Alexander Sölter
Bereichsleiter Arbeitgeberservice
Tel.: 0231 8422232
Alexander.Soelter@arbeitsagentur.de

Jobcenter Kreis Paderborn
Klaus Mickenbecker, Teamleiter
Markt und Integration
Tel.: 05251 5409250
Klaus.Mickenbecker@jobcenter-gE.de

Agentur für Arbeit Paderborn
Thomas Fromme, Arbeitsvermittler und
Qualifizierungsberater im gemeinsamen
Arbeitgeberservice
Tel.: 05251 120319
thomas.fromme@arbeitsagentur.de

Jobcenter Wuppertal
Dr. Andreas Kletzander
Vorstand Arbeitsmarkt und Kommunikation
Tel.: 0202 74763802
andreas.kletzander@jobcenter.wuppertal.de

Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal
Martin Klebe, Vorsitzendes Mitglied der
Geschäftsführung/Bergisches
Fachkräftebündnis
Tel.: 0202 2828500
martin.klebe@arbeitsagentur.de

Autor

Frank Stefan Krupop
Tel.: 02306 741093
frank_krupop@web.de
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