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(Heft 4/2019)
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Seit Januar 2019 gehört das Handlungsfeld „Armutsbekämpfung und Sozialplanung“ zum Aufgabenspektrum der G.I.B. Das passt! Denn Armut ist oft mit Arbeitslosigkeit verknüpft und Armutsbekämpfung mit Beschäftigungsförderung. Doch Armut ist ein multidimensionales Phänomen. So ist vielen Menschen, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, auch der Zugang zu Bildung, Gesundheit und Wohnen sowie zu sozialen Netzwerken erschwert oder gar komplett versperrt. Genau hier setzen kommunale Strategien zur Armutsbekämpfung an, denn diese Zugänge lassen sich von der Kommune steuern und gestalten.

Im vorliegenden G.I.B.-Info bieten wir einen Einblick in die soziale Lage ausgewählter Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Zugleich zeigen wir einen Ausschnitt ihrer vielfältigen Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. So schauen wir zum Beispiel nach Wuppertal, einer Stadt, in der die Armutsquote von Kindern und Jugendlichen in manchen Quartieren mehr als 40 Prozent beträgt. Im G.I.B.-Interview berichten Dr. Andreas Kletzander und Erik Christian Schönenberg vom Jobcenter Wuppertal sowie Christine Roddewig-Oudnia vom Jugendamt der Stadt von der ressortübergreifenden Zusammenarbeit in ihrer Kommune und der aufsuchenden Arbeit im Quartier.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Luidger Wolterhoff, Sozialdezernent der Stadt Gelsenkirchen, wiederum schildern im Gespräch mit uns die besonderen Herausforderungen in den beiden Ruhrgebietsstädten. Sie erläutern ihre Ansätze im Kampf gegen Armut, während Markus Fischer, Sozial­dezernent des Rheinisch-Bergischen Kreises, die besonderen Bedingungen einer Sozialplanung auf Kreisebene verdeutlicht.

Wie sich Ungleichheiten überwinden und Teilhabechancen verbessern lassen, illustrieren wir an den Beispielen einer preisgekrönten Kita in der Dortmunder Nordstadt, der Arbeit des ersten Familienzentrums an einer Grundschule in Gelsenkirchen sowie der Jugendberufshilfe der Stadt Dormagen, die junge Menschen beim Übergang in das Arbeitsleben unterstützt.

Um diesen Übergang geht es auch bei der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Wir berichten über eine Jubiläumsveranstaltung in Aachen, in der eine Zwischenbilanz gezogen wird. Zudem stellt Prof. Dr. Christian Stegbauer von der Goethe-Universität Frankfurt Erkenntnisse zur Bedeutung von Netzwerken im Kontext der Landesinitiative vor.

Des Weiteren in dieser Ausgabe: Beiträge zu einem Modellprojekt des Jobcenters Bielefeld für geflüchtete Familien (Jesiden), zum Themenfeld „Diversity, Migration und Gesundheit“, zu einem Projekt im Jobcenter Kreis Unna, das sich schwer zu erreichenden Jugendlichen widmet, sowie ein Interview mit Tim
Buyse und Ingrid Taelemans von der Organisation Social and Economic Council of Flanders (SERV) zum EU-Projekt „Digital Fast Track“, einem Projekt zum Thema Arbeit 4.0, bei dem auch die G.I.B. Partner ist.

Besondere Aufmerksamkeit verdient unser Gespräch mit Christina Ramb, der Leiterin der Abteilung „Arbeit und Qualifizierung“ im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Den regionalen Akteuren der Arbeitsmarktpolitik ist sie gewiss längst bekannt. Bei der Lektüre unseres Gesprächs mit ihr lernt man sie sowie die Motive und Ziele ihrer Arbeit aber nochmal ein bisschen genauer kennen. Eines davon bringt sie so auf den Punkt: „Das Optimum finden für die Menschen, für die wir da sind!“

In diesem G.I.B.-Info denken wir aber nicht nur an die vielen arbeitsmarktpolitischen Themen, mit denen wir uns beruflich befassen. Wir denken auch an den kürzlich verstorbenen Bernward Brink. Der langjährige Geschäftsführer der G.I.B. hat das Gesicht der Landesberatungsgesellschaft entscheidend mitgeprägt – ein Nachruf.

 

Karl-Heinz Hagedorn
 

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