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(Heft 2/2019)
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

„Kein Jugendlicher soll verloren gehen!“, lautet eine Maxime der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. Um diesen Leitsatz umzusetzen, sind Jugendberufsagenturen eine hilfreiche Institution. Hier soll die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der Jugendhilfeträger beim Übergang der Jugendlichen von der Schule in den Beruf für kurze Wege und eine vernetzte Beratung sorgen.

Wir haben uns gleich mehrere Jugendberufsagenturen angeschaut. In Düsseldorf zum Beispiel haben die verantwortlichen Akteure schon vor elf Jahren eine gemeinsame Beratungseinrichtung geschaffen. Welche Bedeutung die Verantwortlichen auch anderer Städte der Einrichtung beimessen, wird in Bielefeld sichtbar, wo die Jugendberufsagentur in einem architektonisch eindrucksvollen Neubau direkt in der Innenstadt verortet ist. Dass eine Jugendberufsagentur in einem Flächenkreis anders organisiert sein muss als in einer kreisfreien Stadt, zeigt die Einrichtung im Kreis Warendorf. Zusammen ergeben die Beispiele ein Bild der Vielfalt. Sie ist nötig, weil regionale Disparitäten und lokale Besonderheiten zu berücksichtigen sind.

Wie sinnvoll die aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und den Jugendhilfeträgern ist, illustriert Susanne Kretschmer, Geschäftsführerin des Berliner Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb), im Interview mit der G.I.B.: „Die Partner verstehen die jeweils anderen Rechtskreise nun besser und führen eine gemeinsame Beratung durch. Manche Berater hören dabei zum ersten Mal von den Möglichkeiten, die sich aus dem relativ neuen § 16 h SGB II zur Förderung schwer zu erreichender junger Menschen ergeben.“

Um Wege in Arbeit geht es auch im Programm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, das sich in einer neuen Förderphase befindet, sowie im Interview mit Dr. Angelika Kümmerling vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) zum Thema „geschlechtergerechtere Arbeitszeitmodelle“. „Integration“ steht zudem im Zentrum des Modellprojekts „Familienlotsinnen“ an den Projektstandorten Duisburg und Gelsenkirchen, gefördert von der RAG-Stiftung in Kooperation mit dem MAGS NRW und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Hier sollen weibliche Coachs, sogenannte Lotsinnen, geflüchtete Frauen mit Kindern in einem ersten Schritt an Sprachkurse heranführen, damit die Eingliederung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt gelingt. Über Ziele und Erfolge des Projekts sprach die G.I.B. mit Bärbel Bergerhoff-Wodopia (RAG-Stiftung), Stefan Kulozik (MAGS NRW) und Tors­ten Withake (RD NRW).

Gerechtigkeit bei der Bezahlung von Arbeit war im März Gegenstand der G.I.B.-Veranstaltung zum Equal Pay Day. Hier waren sich die Teilnehmenden einig: Die Entgeltgleichheit muss kommen! Wie das gelingen kann, erzählt eindrucksvoll Florian Fiedler, Intendant am Theater Oberhausen, im G.I.B.-Gespräch.

Die Entgeltgleichheit muss genauso zur Selbstverständlichkeit werden, wie es die digitale Transformation der Industrie zumindest in den Anfängen bereits ist. Wie weit der Prozess hier schon fortgeschritten ist, war bei der Hannover Messe 2019 zu sehen. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann war vor Ort und nutzte seinen Besuch zum Austausch mit Betriebsräten und Unternehmen aus der nordrhein-westfälischen Industrie. Wir berichten.

Zu berichten haben wir aber auch in eigener Sache: Das neu gebildete Team „Armutsbekämpfung und Sozialplanung“ der G.I.B. unterstützt die Kommunen in Nordrhein-Westfalen bei der kleinräumigen Sozialberichterstattung und der Entwicklung ressort- und institutionenübergreifender Arbeitsstrukturen, um so das drängende Problem „Armut“ zu bekämpfen, das in den Sozialräumen der Städte und Gemeinden sichtbar wird. Wie groß das Interesse der kommunalen Akteure an dem Thema ist, verdeutlichen die mehr als 140 Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung am 4. April 2019 in Essen. Im Gespräch mit der G.I.B. sagt Gabriele Schmidt, Referatsleiterin im MAGS NRW, was bei der Armutsbekämpfung unabdingbar ist: „Individuelle Angebote und gleichzeitig immer den Sozialraum im Blick!“

Viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe!
 

Karl-Heinz Hagedorn

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