Sie sind hier: Startseite Heftarchiv 2018 Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung Das Qualifizierungschancengesetz ist ein Baustein der Fachkräftesicherungsstrategie
(Heft 4/2018)
NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zur beruflichen Weiterbildung

Das Qualifizierungschancengesetz ist ein Baustein der Fachkräftesicherungsstrategie

In der heutigen Arbeitswelt bildet die Erstausbildung nach wie vor die Basis für ein erfolgreiches Berufsleben, gleichzeitig müssen sich Beschäftigte auch stets weiterentwickeln. Ich bin froh darüber, dass in der Diskussion um die Digitalisierung die berufliche Weiterbildung immer stärker in den Fokus rückt, denn die Unterstützung stetiger Weiterqualifizierung der Beschäftigten – auch im Bereich der digitalen Kompetenzen – ist ein wichtiges Anliegen der Landesregierung. Wir unterstreichen das u. a. mit dem Ausbau, der Flexibilisierung und der Öffnung unseres bewährten Bildungsscheck-Programms.

Ich begrüße, dass auch der Bund sich entschieden hat, sich stärker für die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten zu engagieren. Das für Anfang 2019 geplante Qualifizierungschancengesetz ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die finanzielle Förderung durch den Bund wird für mehr Beschäftigte als bisher geöffnet und die Beratungsangebote für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen werden ausgebaut.

Für mich ist ganz klar, dass die Verantwortung für die berufliche Weiterbildung in erster Linie bei Unternehmen und Beschäftigten liegt. Sie kennen die Qualifizierungsbedarfe am besten. Erst wo sie an ihre Grenzen stoßen, sollten ihre Bildungsausgaben durch staatliche Mittel ergänzt werden. Diesen Bedarf sehe ich vor allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen und bei gering qualifizierten Beschäftigten. Wir in Nordrhein-Westfalen haben mit der geschickten Kombination von Finanzierung und Beratung gute Erfahrungen gemacht. Eine zielgruppengerechte Beratung kann den Weg zu Weiterbildung gerade für Beschäftigte in kleineren Unternehmen ebnen. Ein flächendeckendes Angebot der Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit den Jobcentern unterstützen wir sehr.

Das Qualifizierungschancengesetz kann nur ein Erfolg werden, wenn es von einer nationalen Weiterbildungsstrategie flankiert wird. Hier werden wir uns als Land aktiv einbringen. Die Verständigung auf eine gemeinsame Strategie ist notwendig, um die vorhandenen Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Die Aktivitäten von Bund und Ländern müssen zueinander passen.

Autor

Minister für Arbeit, Gesundheit und
Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Karl-Josef Laumann
Fürstenwall 25
40219 Düsseldorf
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