(Heft 3/2013)
Umsetzung der ESF-kofinanzierten Landesarbeitsmarktpolitik in den NRW-Regionen

Regionalberichte 2012

Die Umsetzung der ESF-Förderung wird in NRW vor Ort in 16 Arbeitsmarktregionen durch Regionalagenturen sowie durch Lenkungs- und Facharbeitskreise unterstützt. Für diese Gremien werden regelmäßig Analysen und Berichte erstellt, die die Regionalagenturen bei ihrer Tätigkeit unterstützen und eine Grundlage für die Kooperation zwischen dem Arbeitsministerium und den regionalen Akteuren darstellen.

In diesem Zusammenhang wird jährlich für jede Region ein Regionalbericht zur Umsetzung der ESF-kofinanzierten Landesarbeitspolitik erstellt. Dieser Bericht ist ein gemeinsames Produkt der G.I.B. mit der jeweiligen Regionalagentur und enthält zum einen Auswertungen der Daten zur regionalen Umsetzung (z. B. Teilnehmerzahlen und eingesetzte Mittel) und zum anderen eine Darstellung der Aktivitäten und Schwerpunkte in der Region. Die Berichte dienen u. a. als Grundlage für die jeweils jährlichen regionalen Kooperationsgespräche zwischen der Region und dem Arbeitsministerium.

In NRW wurden 2012 insgesamt rund 123,6 Mio. Euro ESF- und Landesmittel für Programme und Projekte der Landesarbeitspolitik bewilligt. Von diesen Mitteln wurden ca. 82 Mio. Euro regional umgesetzt. Die restlichen Mittel fließen in überregional wirksame Projekte oder es ist aufgrund der zentralen Steuerung nicht erkennbar, welcher Region die durch die Förderung Begünstigten zuzuordnen sind.

Die Regionen sind gemessen an der Bevölkerung unterschiedlich groß, entsprechend unterschiedlich ist die Verteilung der Fördermittel je Region. Erkennbar profitieren de meisten Ruhrgebietsregionen und Ostwestfalen-Lippe etwas stärker als im Vergleich zum Bevölkerungsanteil.

21 % der regionalen Mittel entfallen auf die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit mit den Schwerpunkten Potentialberatung und Bildungsscheck. Mit mehr als 45 % Mittelanteil liegt auch regional der Schwerpunkt auf dem Handlungsfeld Jugend- und Berufsausbildung. Ein Drittel der Mittel entfällt auf Programme und Projekte zur Integration von Zielgruppen in den Arbeitsmarkt.

In den Regionen unterscheidet sich die Verteilung nach den Prioritätsachsen bzw. Handlungsfeldern durchaus deutlich. So variiert der Anteil, den die Regionen für das Handlungsfeld Beschäftigungsfähigkeit einsetzen, zwischen rund 13 % und mehr als 36 %. Im Handlungsfeld Jugend- und Berufsausbildung bewegen sich die jeweiligen regionalen Anteile zwischen 27 % und ca. 62 %. Eine ähnliche starke Varianz zeigt sich im Handlungsfeld Integration in den Arbeitsmarkt. Während eine Region rund die Hälfte ihrer Mittel für diesen Bereich einsetzt, sind es in einer anderen Region weniger als 16 %.

Die Unterschiede gehen vor allem darauf zurück, ob in der Region modellhafte Einzelprojekte gefördert werden, die in der Regel größere Finanzvolumen beinhalten. Zu beachten ist auch, dass im neuen Modellprogramm „Öffentlich geförderte Beschäftigung“ bis Ende des Jahres 2012 noch nicht in allen Regionen die beantragten Projektmittel bewilligt werden konnten. Andere Programme, wie das Programm „Aktiv für Arbeit im Stadtteil – arbeitsmarktpolitisches Netzwerkcoaching in städtischen Problemgebieten“, waren von Anfang an nur in einzelnen seitens des Arbeitsministeriums festgelegten Kommunen mit städtischen Problemgebieten vorgesehen. Die Regionalberichte können auf Anfrage bei den jeweiligen Regionalagenturen bezogen werden.

Autorin

Dr. Maria Icking
Tel.: 02041 767-273
m.icking@gib.nrw.de
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