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(Heft 3/2011)
Programm-Monitoring: Ergebnisse in Kürze

Durchführungsbericht 2010 zum ESF-Programm NRW

Ausgangslage: Das ESF-Programm für Nordrhein-Westfalen der Phase 2007 bis 2013 umfasst ein ESF-Fördermittelvolumen von rund 684 Euro, das in etwa in gleicher Höhe durch öffentliche und private Mittel ergänzt wird (nationale Kofinanzierung); das gesamte Mittelvolumen des ESF-Programms beträgt damit rund 1,4 Mrd. Euro. Die Verwaltungsbehörde des ESF-Programms in Nordrhein-Westfalen erstattet der Europäischen Kommission jährlich Bericht über die Durchführung des ESF-Programms.

Hinsichtlich der mit dem ESF-Programm in Nord­rhein-Westfalen bislang erreichten Ergebnisse ist von zentraler Bedeutung, dass die Output-Werte, wie etwa die Anzahl der erreichten Teilnehmenden oder die Anzahl von durchgeführten Beratungen, dadurch unterschätzt sind, dass in den Jahren 2007 und 2008 noch in großem Umfang Restfördermittel aus der vorangegangenen Phase 2000 bis 2006 eingesetzt wurden, die im Durchführungsbericht 2010 nicht berücksichtigt werden.

Ergebnisse
 

Bis Ende 2010 wurden im Rahmen des ESF-Programms rund 422 Mio. Euro ESF- und Landesmittel bewilligt, davon rund 336 Mio. Euro aus dem ESF. Entsprechend der Schwerpunktsetzung entfiel der größte Teil der ESF-Mittel (61,1 %) auf die Prioritätsachse B „Verbesserung des Humankapitals“, d. h. auf den Bereich Jugend und Beruf. Auf die Prioritätsachse A „Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen“ entfielen 22,7 % der ESF-Mittel, und 11,9 % wurden innerhalb der Prioritätsachse C „Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen“ gebunden.

Die umfangreichsten Mittelbindungen, die sich im Folgenden nur auf die ESF-Mittel beziehen, konzentrieren sich dabei auf einige wenige Förderprogramme. Im Zielbereich „Steigerung der Weiterbildungs- und Innovationsaktivität von Beschäftigten und Unternehmen“ ist dies der Bildungsscheck (rund 48 Mio. Euro), im Zielbereich „Weiterentwicklung der Ausbildungssysteme und Verbesserung der Ausbildungsqualität“ die sogenannte überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (rund 48 Mio. Euro), im Zielbereich „Verbesserung des Zugangs zur Ausbildung“ der 3. Weg in der Berufsausbildung (rund 22 Mio. Euro) sowie die Sonderprogramme Ausbildung (rund 14 Mio. Euro) und schließlich im Zielbereich „Verbesserung der Ausbildungsreife“ das Werkstattjahr mit allein rund 59 Mio. Euro.

Mit den verschiedenen Förderprogrammen wurden insgesamt rund 371 Tsd. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht. Allein rund 122 Tsd. Teilnehmerinnen und Teilnehmer entfielen hiervon auf das Förderinstrument Bildungsscheck und rund 107 Tsd. auf die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Mit dem Bildungsscheck wurden überproportional viele Frauen erreicht (60,7 % gegen­über 42,3 % im ESF-Programm insgesamt), während der Frauenanteil bei der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung stark unterproportional war (18,1 %). Beim Bildungsscheck geht der hohe Frauenanteil vor allem auf die starke Nutzung des Bildungsschecks im individuellen Zugang zurück, während bei der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, die überwiegend Auszubildende im Handwerk fördert, der geringe Frauenanteil mit dem geringen Frauenanteil bei der Ausbildung im Handwerk korrespondiert.

Fast zwei Drittel aller Teilnehmenden des ESF-Programms (62,1 %) waren Jugendliche (zumeist ohne Berufsausbildung), was sich aus dem großen Gewicht der Prioritätsachse B ableiten lässt. Etwas mehr als ein Zehntel aller Teilnehmenden (11,7 %, davon 40,8 % Frauen) waren Migrantinnen bzw. Migranten. Die Struktur der Teilnehmenden im ESF-Programm insgesamt wird damit nach wie vor stark durch wenige Förderprogramme und insbesondere durch die Prio­ritätsachse B geprägt.

Für die Umsetzung des ESF-Programms in Nord­rhein-Westfalen lassen sich folgende Ergebnisse für die Jahre 2007 bis 2010 hervorheben:

  • Die Beteiligung von KMU-Beschäftigten an organisierter beruflicher Weiterbildung durch den Einsatz von Bildungsschecks konnte bereits in gro­ßem Umfang (122.000 Teilnehmende, davon rund 60 % Frauen) erreicht werden.
  • Rund 3.100 Potentialberatungen wurden durchgeführt. In Anschluss an mehr als 90 % der abgeschlossenen Beratungen wurden nach Auskunft der beratenen Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation ergriffen.

 

  • Im Zuge der Unterstützung betrieblicher Restrukturierungsmaßnahmen wurden rund 4.200 Personen beraten (davon 40,5 % Frauen, wobei die Aktivitäten im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich (wahrscheinlich konjunkturbedingt) zurückgegangen sind. Der Anteil an Übergängen in neue Beschäftigung lag mit 51,4 % etwas oberhalb der Zielmarke von 50 %.

 

  • In Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife (Förderprogramme „Betrieb und Schule“, „Grundbildung“ sowie „Startklar“) sind insgesamt rund 31.000 Jugendliche eingetreten. Im Programm „Betrieb und Schule“ konnten 21,1 % einen Übergang in betriebliche Ausbildung oder in Beschäftigung erreichen. Hervorzuheben ist ferner der hohe Anteil an Teilnehmerinnen und Teilnehmern (54,5 %), die im Rahmen des Programms „Grundbildung“ einen Schulabschluss nachgeholt haben.

 

  • Im Werkstattjahr als Förderprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen konnten insgesamt rund 25.400 Teilnehmende erreicht werden. 32,4 % der Jugendlichen sind im Anschluss in Ausbildung oder Beschäftigung übergegangen.

 

  • Die Verbesserung der beruflichen Integration von langzeitarbeitslosen Jugendlichen über das Förderprogramm Jugend in Arbeit plus konnte in größerem Umfang realisiert werden als geplant (rund 12.300 Teilnehmende). Knapp 44 % der beratenen Jugendlichen haben eine geförderte oder eine ungeförderte Beschäftigung aufgenommen.

 

  • Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Integration von (schwer-)behinderten Menschen haben rund 1.700 Teilnehmende erreicht. Ein zentrales Programm ist hier das Programm: „Zusätzliche Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene“ mit rund 330 Teilnehmenden. Insgesamt konnten rund 32 % im Anschluss erfolgreich integriert werden.

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Ansprechpartnerin in der G.I.B.

Dr. Maria Icking
Tel.: 02041 767-273
m.icking@gib.nrw.de
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