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(Heft 3/2011)
Mehr Qualität statt Quantität

Das Werkstattjahr 2011/2012

Das Landesprogramm Werkstattjahr ist seit Jahren fester Bestandteil der Berufsvorbereitungsangebote in Nordrhein-Westfalen und wird auch im Programmjahr 2011/2012 durch das MAIS NRW fortgeführt. Dieser Artikel informiert über die veränderten Rahmenbedingungen und ihre Hintergründe.

Bereits seit Jahren wertet die G.I.B. die Daten zu den Teilnehmenden des Werkstattjahrs systematisch im Rahmen ihres Programm-Monitoring aus. Darüber hinaus führte sie im Jahr 2010 eine Untersuchung des Werkstattjahrs im Rahmen der Gesamtevaluation des NRW-ESF-Programms der Förderphase 2007 – 2013 durch.

Die Erhebungen der G.I.B. zum Werkstattjahr 2009/2010 beinhalten Befragungen der durchführenden Bildungsträger, der Berufskollegs und einer Stichprobe von teilnehmenden Jugendlichen. Eines der vorrangigen Untersuchungsziele der G.I.B. war es, die erheblichen Unterschiede hinsichtlich der Programmeffekte aufseiten der Träger zu erklären, wobei hier vor allem die hohe Zahl der Abbrüche und die Anschlusspers­pektiven der Jugendlichen nach Beendigung des Werkstattjahrs in den Blick genommen wurden.

Die Zielgruppe – eine Herausforderung für Bildungsträger und Berufskollegs
 

Die Teilnehmer/-innen im untersuchten Werkstattjahr 2009/2010 stellen (nach den durch das Monitoring bekannten Merkmalen) eine relativ homogene Gruppe dar: Nahezu 3 von 4 Teilnehmenden verfügen über keinen Hauptschulabschluss, fast 43 % kommen aus Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II, knapp 37 % haben einen Migrationshintergrund und fast 28 % sind ehemalige Schüler/-innen aus Förderschulen. Das Profil der Jugendlichen gibt deutliche Hinweise darauf, dass tatsächlich eine Personengruppe erreicht wurde, die eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit (bvB) voraussichtlich nicht erfolgreich hätte absolvieren können und damit der Zielgruppendefinition des Werkstattjahrs entspricht. Als problematisch bewerten könnte man allerdings den vergleichsweise hohen Anteil älterer Jugendlicher (19 Jahre und älter und damit nicht mehr berufsschulpflichtig) und derjenigen, die bereits an Maßnahmen des Übergangssystems teilgenommen haben. Hier ist fraglich, ob das Werkstattjahr die passende Maßnahme gewesen ist.

Die Ergebnisse der Trägerbefragung unterstreichen, dass es sich um eine besonders benachteiligte Zielgruppe handelt: Die Jugendlichen im Werkstattjahr zeigen vor allem Defizite im Bereich der Schlüsselkompetenzen (z. B. Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz) und kommen bereits mit einer Vielzahl an häuslichen und individuellen sozialen Problemlagen ins Werkstattjahr. Im Werkstattjahr werden also in hohem Maße Jugendliche erreicht, die über die konkrete Berufsvorbereitung hinausgehend zusätzliche individuelle Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme benötigen.

Gute Kooperationsstrukturen und Erfahrung mit der Zielgruppe
 

Folgerichtig wird für diese Zielgruppe in den Programmrichtlinien neben dem direkten Übergang in eine Ausbildung der Übergang in eine bvB als ein wesentliches Erfolgskriterium des Werkstattjahrs definiert. Hierbei wird berücksichtigt, dass ein direkter Übergang in Ausbildung für die Zielgruppe oft nicht realistisch ist, sondern es auf diesem Weg ggf. weiterer Zwischenschritte bedarf. Dementsprechend werden auch der Übergang in das Berufsgrundschuljahr sowie die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung als Erfolg gewertet.

Auf Basis dieser Definition von Erfolg haben im Werkstattjahr 2009/2010 insgesamt 29,3 % der Teilnehmer/-innen die Maßnahme erfolgreich abgeschlossen. Entgegen dem Programmziel, über den Zwischenschritt des Werkstattjahrs einen Übergang in eine bvB der Agentur für Arbeit zu ermöglichen, gelingt dieser Übergang nur knapp 12 % der Jugendlichen. Ein genauso hoher Anteil mündet in Ausbildung, wobei hier berücksichtigt werden muss, dass mehr als die Hälfte dieser Jugendlichen in außerbetriebliche bzw. geförderte Ausbildungsgänge aufgenommen wird. Lediglich 5,4 % können eine betriebliche Ausbildung antreten.

Dieser durchschnittliche Wert variiert je nach Träger sehr stark: Es gibt Träger, die keinen Jugendlichen erfolgreich vermitteln konnten, und Träger mit einer Erfolgsquote von nahezu 67 %. Wie erklären sich diese Unterschiede? Liegt es an der unterschiedlichen Zusammensetzung der Teilnehmergruppen oder an der Konzeption und Umsetzung des Programms beim Träger, der im Werkstattjahr einen vergleichsweise großen Spielraum bei der Gestaltung des Angebots hat? Um dies zu untersuchen, wurden die Monitoring-Daten der Teilnehmendendatenbank mit Daten der Trägerbefragung verknüpft, um Faktoren zu identifizieren, die maßgeblich Einfluss auf den Erfolg im Werkstattjahr haben. Im Verlauf der Analyse zeigte sich, dass zwar z. B. ein vorhandener Hauptschulabschluss der Teilnehmer/-innen sich positiv im Hinblick auf Erfolgschancen auswirkt, gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass bei Trägern, deren Teilnehmer/-innen weitgehend identische Merkmale aufweisen, dennoch sehr unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich des Erfolgs zu verzeichnen waren. Es sind also vor allem Trägermerkmale, die den Erfolg der Jugendlichen im Werkstattjahr beeinflussen. So konnte u. a. gezeigt werden, dass es sich positiv auf den Erfolg auswirkt, wenn der Bildungsträger über Erfahrung mit der Zielgruppe verfügt und wenn er intensiver als andere mit dem Berufskolleg und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit kooperiert.

Viele vorzeitige Austritte – meist ohne Anschlussperspektive
 

Über die Hälfte der eingetretenen Jugendlichen bricht das Werkstattjahr vorzeitig ab. Nur rund 9 % dieser Abbrecher/-innen finden eine erfolgreiche Anschlussperspektive. Nahezu 7 von 10 Abbrüchen sind verhaltens- oder motivationsbedingt (z. B. aufgrund hoher Fehlzeiten in der Maßnahme) und werden als „negative Abbrüche“ bewertet. Wie auch bei der Erfolgsquote gibt es hinsichtlich der Abbruchquote zwischen den Bildungsträgern erhebliche Abweichungen. Die Bandbreite reicht von keinem Abbruch bis hin zu rund 71 % negativen Abbrüchen.

Warum gelingt es einigen Trägern besser als anderen, „ihre“ Jugendlichen im Werkstattjahr zu halten? Die Datenanalyse zeigt, dass auch beim Abbruch Trägermerkmale im Vergleich zu individuellen Teilnehmendenmerkmalen die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs entscheidender beeinflussen. So wirkt sich positiv im Sinne einer Vermeidung von Abbrüchen aus, wenn der Träger an der Auswahl seiner Teilnehmenden beratend beteiligt ist und wenn die sozialpädagogische Arbeit mit den Jugendlichen einen hohen Anteil an der Arbeit des Trägers hat.

Weiterentwickeltes Werkstattjahr füllt Angebotslücke
 

Im Herbst 2010 beauftragte das MAIS NRW die Institute qualiNETZ GmbH und InterVal GmbH mit einer Programmbewertung des Werkstattjahres, um abgesicherte Aussagen zum zielgruppenspezifischen Bedarf an diesem Förderangebot und zur Zielerreichung sowie zur Eignung der Rahmenbedingungen und deren Weiterentwicklungsbedarf zu erhalten.

Die Programmbewertung formulierte auf der Grundlage eigener erhobener Daten, der Untersuchungsergebnisse der G.I.B. sowie von Expertenworkshops folgende zentrale Aussagen:

  • Es gibt weiterhin einen Bedarf für eine niederschwellig ansetzende Berufsvorbereitung; die Förderangebote der Bundesagentur für Arbeit und der Berufskollegs in ihrer derzeitigen Form sowie der Jugendberufshilfe bieten für die Zielgruppe des Werkstattjahres keine Alternative. Sie sind häufig nicht in quantitativ ausreichender Zahl vorhanden (z. B. Jugendwerkstätten1 oder die Aktivierungshilfen der Bundesagentur für Arbeit), werden nicht für Schulabgänger eingesetzt (z. B. Aktivierungshilfen), benötigen für Jugendliche mit komplexem Förderbedarf vorgeschaltete Angebote (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der BA) oder sind insbesondere für schulmüde Jugendliche mit sozialpädagogischem Förderbedarf nicht passgenau (z. B. berufsvorbereitende Angebote der Berufskollegs). Das Werkstattjahr füllt aktuell mit seiner Ausrichtung als niedrigschwelliges Berufsvorbereitungsangebot eine vorhandene Angebotslücke.
  • Die Förderprozesse für die Zielgruppe des Werkstattjahres benötigen Kontinuität und zeitliche Flexibilität und müssen die individuellen Voraussetzungen, Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer/-innen berücksichtigen.
  • Das Werkstattjahr ist strategisch und konzeptionell besser in das Übergangssystem zu integrieren, bei Bedarf müssen weiterführende Förderangebote zur Verfügung stehen.
  • Die Ausstattung des Programms entspricht bisher nicht der Zielgruppe, die Rahmenbedingungen sollten durch zusätzliche Ressourcen bei der sozialpädagogischen Betreuung und durch eine größere zeitliche Flexibilisierung in der Berufsvorbereitung verbessert werden. Die Programmbewertung schlägt eine Differenzierung der Berufsvorbereitung in einen einjährigen und einen zweijährigen Maßnahmetyp vor, der mittelfris­tig in die Finanzierungsverantwortung der Bundesagentur für Arbeit übergehen sollte.

Die Änderungen im Werkstattjahr 2011/2012 im Überblick
 

Am 7. Juni 2011 informierte das MAIS NRW die Öffentlichkeit über die Fortführung des Werkstattjahres und die verbesserten Rahmenbedingungen. Das Gesamtfördervolumen des MAIS und des Europäischen Sozialfonds entspricht mit rund 27 Mio. € dem der Vorjahre. Berücksichtigt wurden die Ergebnisse der externen Programmbewertung und der G.I.B.-Untersuchung, so dass sich einige zentrale Rahmenbedingungen für die Programmumsetzung verändert haben.

  1. Das Werkstattjahr wird als Bestandteil des neuen NRW-weiten Übergangssystems Schule – Beruf ausgerichtet, daher ist der Zugang zum Programm auf berufsschulpflichtige Jugendliche beschränkt und auf solche, die sich im direkten Übergang von der allgemeinbildenden Schule befinden.
  2. Der Personalschlüssel für die sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmer/-innen wird der Zielgruppe angepasst und deutlich verbessert. Wenn bisher eine sozialpädagogische Fachkraft 30 Jugendliche betreut hat, so werden es zukünftig 15 Teilnehmer/-innen sein. Damit sind die Weichen für eine intensivere Begleitung der Jugendlichen gestellt.
  3. Die Durchführung von Kompetenzchecks zu Beginn des Werkstattjahres wird verbindlich vorgegeben, um die Grundlage für eine stärker individualisierte und zielgerichtete Förderung der Jugendlichen zu schaffen. Die positiven Erfahrungen von Trägern, die Kompetenzchecks bereits in der Vergangenheit durchgeführt haben, werden damit zu einem allgemeinen Standard gemacht.
  4. In gemeinsamer Abstimmung sollen zum Abschluss des Werkstattjahres die Agentur für Arbeit, der durchführende Bildungsträger, das kooperierende Berufskolleg und ggf. das zuständige Jobcenter oder das Jugendamt eine Förderempfehlung erstellen und eine weitere Förderung für die Jugendlichen anbieten, die nach Beendigung des Werkstattjahres einen entsprechenden Bedarf haben. Der Übergang vom Werkstattjahr in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit, der bisher nur in geringer Zahl erfolgte, soll bei entsprechendem Bedarf der Jugendlichen zukünftig im Sinne erfolgreicher Förderketten in größerem Umfang ermöglicht werden.
  5. Da die verbesserte sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmer/-innen durch einen erhöhten Teilnehmer-Förderbetrag finanziert wird, war für eine ausgewogene Verteilung der Fördermittel die Einführung regionaler Teilnehmerquoten erforderlich, die sich an der bisherigen Anzahl der berufsschulpflichtigen Teilnehmer/-innen orientieren. In regionalen Abstimmungsprozessen wurden die den Regionen zur Verfügung stehenden Teilnehmerquoten auf die beteiligten Träger aufgeteilt.
  • Die einzelnen Werkstattjahr-Maßnahmen wiesen in der Vergangenheit hinsichtlich der trägerspezifischen Abbruchquoten und der Anschlussperspektiven für die Teilnehmenden signifikante Unterschiede auf. Daher wurden Bildungsträger, die in diesen beiden Indikatoren über mehrere Jahre deutliche negative Abweichungen vom regionalen Durchschnitt aufweisen, von der Beteiligung am Werkstattjahr 2011/2012 ausgeschlossen. Landesweit sind dies 13 Bildungsträger, also weniger als 10 % der insgesamt beteiligten Bildungsträger.

Auf Grundlage dieser Empfehlungen wurden die Rahmenbedingungen für das Werkstattjahr 2011/2012 umfassend verändert. Mit den Änderungen (siehe Kasten) hat das Werkstattjahr eine beträchtliche Weiterentwicklung hin zu einem wirklich niedrigschwelligen Förderangebot für Jugendliche mit einem komplexem Förderbedarf gemacht. Die neuen Rahmenbedingungen ermöglichen es den regionalen Akteuren, durch eine Nutzung der Umsetzungsspielräume und eine gute regionale Kooperation die Chancen der teilnehmenden Jugendlichen auf einen erfolgreichen Übergang in eine Ausbildung zu verbessern. In einer Workshopreihe mit am Werkstattjahr beteiligten Bildungsträgern hat die G.I.B. gute Umsetzungspraxis gesammelt und ausgewertet. Entstanden ist eine Sammlung von beispielhaften Ansätzen, die flexibel auf die individuelle Situation der Jugendlichen eingehen, niedrigschwellige Angebote entwickelt haben und die verschiedene Kooperationspartner und Lernorte integrieren. Die Ergebnisse wurden im Juni 2011 im G.I.B. Arbeitspapier 38 „Praxisbeispiele zur individuellen Förderung Jugendlicher“ dokumentiert und stehen als Download auf der Internetseite der G.I.B. zur Verfügung, um Anregungen für eine Weiterentwicklung der Praxis „vor Ort“ zu geben.

Zukünftige Herausforderungen für das Übergangssystem
 

Das Werkstattjahr wird eingebunden in die Neugestaltung des Gesamtsystems Übergang Schule – Beruf, die sich die Landesregierung im 2010 vereinbarten Koalitionsvertrag zur Aufgabe gemacht und zu dem sie und ihre Partner im Ausbildungskonsens am 10.02.2011 Grundzüge beschlossen haben. Im derzeitigen Regelsystem bekommt die Gruppe der jugendlichen Schulabgänger/-innen mit besonders hohem Förderbedarf bisher kein ausreichendes Angebot. Alle Untersuchungsergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, für diese Jugendlichen, denen ein nahtloser Übergang in eine Ausbildung nicht möglich ist, ein passgenaues Berufsvorbereitungsangebot zu gestalten, das auch Unterstützung bei der Bewältigung der Alltags- und Lebenssituation umfasst. Die Berufsvorbereitung nicht ausbildungsreifer Jugendlicher ist die vorrangige Aufgabe der Regelsysteme der Bundesagentur für Arbeit und der berufsbildenden Schulen, die vor der Aufgabe stehen, ihr Förderangebot quantitativ und qualitativ bedarfsgerecht weiter zu entwickeln. Angesichts von ca. 7.800 Jugendlichen, die nach der Schulstatistik NRW2 im Schuljahr 2010/11 in Teilzeit-KSOB-Klassen ohne Praktikum/Arbeitsverhältnis/bvB/Werkstattjahr3 an den Berufskollegs registriert waren, besteht hier insbesondere in der schulischen Berufsvorbereitung noch erheblicher Entwicklungsbedarf. Auch das immer noch unzureichende Angebot an Aktivierungshilfen der Agenturen für Arbeit in NRW verweist auf die Notwendigkeit, niedrigschwellige Berufsvorbereitungsangebote durch die Bundesagentur für Arbeit auszubauen.


1Insgesamt existieren in NRW 47 landesgeförderte Jugendwerkstätten (Quelle: Landesjugendamt Rheinland / Landesjugendamt Westfalen: Jugendsozialarbeit – Auswertung der Jahresstatistik 2008)
2Schulstatistik NRW, veröffentlicht in MAIS NRW: Vorlage für den Ausschuss für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Integration des Landtages NRW „Neues Übergangssystem Schule – Beruf und Ausbildungsgarantie“, Düsseldorf, März 2011
3Die Teilzeit-KSOB-Klassen bieten für berufsschulpflichtige Jugendliche pro Woche einen mindestens zwölfstündigen Berufsschulunterricht an, der in der Regel an zwei Wochentagen stattfindet. An den anderen Wochentagen sind keine Förderangebote vorgesehen, wenn die betreffenden Jugendlichen nicht eine bvB der Agentur für Arbeit oder das Werkstattjahr besuchen oder einer betrieblichen Beschäftigung nachgehen.

Abstract

Das Programm Werkstattjahr des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW ist ein fester Bestandteil der Berufsvorbereitungsangebote in NRW. Die Ergebnisse des Programm-Monitoring und einer Untersuchung der G.I.B. zeigen, dass mit dem Werkstattjahr eine benachteiligte Zielgruppe erreicht wird, die besondere Probleme beim Zugang zu einer Berufsausbildung hat. Ob die Teilnehmer/-innen anschließend in eine Berufsausbildung oder in andere weiterführende Berufsvorbereitungsangebote gehen, wird stark durch die Arbeitsweise der beteiligten Bildungsträger und die Kooperationsstrukturen zwischen den beteiligten örtlichen Akteuren beeinflusst. Eine durch das MAIS NRW in Auftrag gegebene externe Programmbewertung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es auch weiterhin einen Bedarf am Programm Werkstattjahr gibt, die Rahmenbedingungen aber stärker die Bedarfe der Zielgruppe berücksichtigen müssen. Für das Maßnahmejahr 2011/2012 hat das MAIS NRW die Rahmenbedingungen des Programms verändert, um die Wirkung zu verbessern. Damit wird das Werkstattjahr auf das neue Übergangssystem Schule – Beruf in NRW ausgerichtet und die Ressourcen für eine individuelle Förderung der Teilnehmer/-innen werden deutlich verbessert. Individuelle Förderplanung und eine intensive Abstimmung zwischen den Bildungsträgern, Berufskollegs und Agenturen für Arbeit sollen die Entwicklung von Anschlussperspektiven und den Übergang in Ausbildung verbessern.

Autor/-innen

Albert Schepers
Tel.: 02041 767-255
a.schepers@gib.nrw.de

Dr. Maria Icking
Tel.: 02041 767-273
m.icking@gib.nrw.de

Julia Mahler
Tel.: 02041 767-175
j.mahler@gib.nrw.de
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