Sie sind hier: Startseite Heftarchiv 2011 25 Jahre G.I.B. 25 Jahre G.I.B.
(Heft 3/2011)
Innovation nur mit Kooperation

25 Jahre G.I.B.

Volles Haus! Mehr als 200 Gäste aus der arbeitsmarktpolitischen Landschaft in Nordrhein-Westfalen haben der G.I.B. am 7. Juli 2011 in der Lohnhalle in Bottrop anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens die Ehre gegeben: Vertreterinnen und Vertreter des Landtags und der Landesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Kammern, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, von arbeitsmarktpolitischen Trägern, Bildungs- und Beratungseinrichtungen, wissenschaftlichen Instituten, Kirchen und sozialen Organisationen, von Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Arbeitslosenberatungsstellen – arbeitsmarktpolitische Akteure aus allen Regionen des Landes.

article_image.jpgWarum die ausführliche Aufzählung der Gäste? Die Antwort ist einfach: Die enge Kooperation mit den landesweiten und regionalen Akteurinnen und Akteuren, die Funktion als Scharnier zwischen Bürger und Staat, zwischen Land NRW und der arbeitspolitischen Landschaft zählt zu den zentralen Aufgaben der G.I.B. Die Veranstaltung hat gezeigt: Das Scharnier funktioniert!

Es geht aber nicht nur um eine schöne Feier unter gut gelaunten Menschen, denn: Die Kooperation interner und externer Fachleute bildet den Nährboden für innovative Arbeitsmarktpolitik in NRW.

Innovationen kann man nicht am Fließband produzieren. Innovationen werden im Prozess, im Miteinander der beteilig­ten Akteure zu einer realen Sache. Wo die G.I.B. Wirkung erzielen konnte, hat sie das nur zusammen mit den genannten Akteuren erreicht. Ohne die Menschen, die am 7. Juli Gäste der Jubiläumsfeier waren (und einige mehr), wäre in der Arbeitspolitik in NRW nicht viel gegangen.

Dieses Netzwerk spiegelt sich in der G.I.B. wider. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Ansprech- und Diskussionspartner für die eingangs genannten Akteure. Sie sind das gerne, ohne Allüren, aber mit viel Sachverstand und Herzblut. Auf dieses Netzwerk in NRW können alle Beteiligten stolz sein.

Die Feier am 7. Juli war eine gute Gelegenheit, sich für das konstruktive Miteinander in den 25 Jahren einmal ausdrücklich zu bedanken. Die arbeitspolitischen Akteure in NRW haben sich der G.I.B. als Partner, als Kunden oder als Auftraggeber zugewandt und – wenn nötig – ihr auch kritisch zur Seite gestanden. Und sie haben der G.I.B. den etwas aufschneiderischen Namen „Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung“ verziehen.

Warum aufschneiderisch? Die G.I.B. ist nicht die erste arbeitspolitische Organisation, die ihren 25. Geburtstag feiern konnte. Manches Mal in diesen 25 Jahren konnte man sehen, dass in der Arbeitsmarktpolitik schon viele gute neue Wege erforscht, entwickelt und auch erprobt worden sind und dass es oft gar nicht an der Innovation fehlt, sondern am politischen Willen und am Geld, diese Innovationen umzusetzen.

Dennoch haben sich immer wieder viele der genannten Institutionen und Personen in den Workshops, Entwicklungswerkstätten und Lohnhallengesprächen der G.I.B. an den Diskussionen um neue Wege beteiligt. Resultate der intensiven und produktiven Kooperationen waren viele gute neue Ansätze, zu denen etwa der 3. Weg in der Berufsausbildung oder der Bildungsscheck gehören – heute Flaggschiffe der nordrhein-westfälischen Landesarbeitsmarktpolitik.

Am 7. Juli 2011 hat das arbeitspolitische Netzwerk NRW gemeinsam einen fachlich inspirierenden und ermutigenden Tag erlebt, der auch denen, die nicht dabei sein konnten, auf den folgenden Seiten noch einmal in Erinnerung gerufen werden soll.

Eine Passage aus der in diesem Heft abgedruckten und am 7. Juli mit großer Spannung aufgenommenen Festrede von Prof. Dr. Günther Schmid, emeritierter Professor der FU Berlin und ehemaliger Direktor beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, zu den „Anforderungen an eine verhaltenssensible Arbeitsmarktpolitik“ soll an dieser Stelle besonders hervorgehoben werden: „Die G.I.B. ist zu einer Institution geworden. Eine Organisation wird dann zu einer Institution, wenn sie prägend auf ihre Umwelt einwirkt“, so Günther Schmid gleich zu Beginn seiner Rede.

Diese Einordnung mag der Landesregierung als Bestätigung dienen, vor 25 Jahren mit der Gründung der G.I.B. eine richtige Entscheidung getroffen zu haben. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der G.I.B. ist sie ganz sicher eine Auszeichnung, aber gleichzeitig auch eine Herausforderung, auf ihrem Weg engagiert weiter voranzugehen.

Einen ganz besonderen Blickwinkel (oder gleich zwei) auf die G.I.B. kann Roland Matzdorf, Leiter der Abteilung Arbeit im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW einnehmen, weil er sich vor fast 20 Jahren als Geschäftsführer der G.I.B. verabschiedet hat und als Gruppenleiter in das Arbeitsministerium NRW gewechselt ist. In seinem abgedruckten Beitrag schildert er den Entwicklungsprozess der G.I.B. von der schwierigen Anfangsphase mit der skeptischen bis ablehnenden Haltung des ein oder anderen arbeitsmarktpolitischen Akteurs über die Konsolidierung bis hin zur „zentralen Informations- und Beratungsstelle für den ganzen Bereich der Arbeitsmarktpolitik“, die – so seine freundlichen Worte – aus der Landesarbeitsmarktpolitik „nicht mehr wegzudenken ist“. Das „fachliche Renommee“, das sich die G.I.B. im Laufe der 25 Jahre erworben hat, so die Mahnung des Aufsichtsratsvorsitzenden, erfordere aber auch den immer wieder neuen Nachweis von Qualität in den Dienstleistungen und Produkten – ein Anspruch, der dem Selbstverständnis der Menschen in der G.I.B. entspricht.

Arbeitsminister Guntram Schneider bereicherte die Jubiläumsfeier mit seinem Vortrag über die Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik in NRW. Er verdeutlicht darin mit Nachdruck, dass wir auch bei besserer Wirtschaftslage und steigenden Erwerbstätigenzahlen diejenigen nicht vergessen dürfen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten oder selbst unter guten ökonomischen Rahmenbedingungen kaum eine Chance am ersten Arbeitsmarkt haben. Was die Landesregierung zur Verbesserung der Situation dieser Menschen durchsetzen will, hat der Minister detailliert beschrieben. Die G.I.B. wird dem Ministerium bei der Umsetzung seiner Ziele mit ihrem Know-how gerne zur Seite stehen.

Es ist auf der Jubiläumsveranstaltung nicht bei Vorträgen geblieben, es wurde auch diskutiert, in fünf Arbeitsgruppen wurden einzelne Aspekte der Arbeitsmarktpolitik genauer beleuchtet. Die Themen: „Integration ist machbar – Wege in Arbeit für besondere Zielgruppen“, „Die Fachkräfte von morgen sind schon da – Fachkräftesicherung im Kontext präventiver Arbeitspolitik“, „Verhaltenssensible Arbeitsmarktpolitik – Konsequenzen für das Monitoring und die Evaluation von Förderprogrammen“ und „Die Reform des Übergangssys­tems Schule – Beruf in Hamburg“. Das Thema einer fünften Arbeitsgruppe lautete: „Zero Emission, Wasserstoff, Nachhaltigkeit – die Innovationsstadt Bottrop. Eine Bustour durch die ,Innovation City‘“. Hier wurde sinnlich erfahrbar, dass Innovationen nur im vertrauensvollen Zusammenwirken kompetenter und engagierter Akteure möglich sind.

Bernward Brink
Tel.: 02041 767-100
b.brink@gib.nrw.de
Artikelaktionen