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(Heft 3/2010)
Ergebnisse in Kürze

Programm-Monitoring

Durchführungsbericht 2009 zum ESF-Programm NRW

Ausgangslage
 

Das ESF-Programm für Nordrhein-Westfalen der Phase 2007 bis 2013 umfasst ein ESF-Fördermittelvolumen von rund 684 Mio. Euro. Die Verwaltungsbehörde des ESF-Programms erstattet der Europäischen Kommission jährlich Bericht über die Durchführung des ESF-Programms. Die G.I.B. unterstützt die ESF-Verwaltungsbehörde hierbei durch Datenanalyse und durch die Erstellung der Vorlage für den Durchführungsbericht.

Hinsichtlich der mit dem ESF-Programm in Nordrhein-Westfalen bislang erreichten Ergebnisse ist von zentraler Bedeutung, dass die Output-Werte, wie etwa die Anzahl der erreichten Teilnehmenden oder die Anzahl von durchgeführten Beratungen dadurch unterschätzt worden sind, dass in den Jahren 2007 und 2008 noch in großem Umfang Restfördermittel aus der vorangegangenen Phase 2000 bis 2006 eingesetzt wurden, die im Durchführungsbericht 2009 nicht berücksichtigt werden.

Ergebnisse
 

Bis Ende 2009 wurden im Rahmen des ESF-Programms rund 308 Mio. Euro ESF- und Landesmittel bewilligt. Entsprechend der Schwerpunktsetzung entfiel der größte Teil der bewilligten Fördermittel (62,3 %) auf die Prioritätsachse B „Verbesserung des Humankapitals“, d. h. auf den Bereich Jugend und Beruf. Auf die Prioritätsachse A „Steigerung der Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Beschäftigten und Unternehmen“ entfielen 18,2 % der Mittelbindungen und 13,5 % der bewilligten Fördermittel wurden innerhalb der Prioritätsachse C „Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen“ gebunden.

Die umfangreichsten Mittelbindungen konzentrieren sich dabei auf einige wenige Förderprogramme. Im Zielbereich „Steigerung der Weiterbildungs- und Innovationsaktivität von Beschäftigten und Unternehmen“ ist dies der Bildungsscheck (rund 35 Mio. Euro), im Zielbereich „Weiterentwicklung der Ausbildungssysteme und Verbesserung der Ausbildungsqualität“ die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (rund 32 Mio. Euro), im Zielbereich „Verbesserung des Zugangs zur Ausbildung“ der 3. Weg in der Berufsausbildung (rund 26 Mio. Euro) sowie die Sonderprogramme Ausbildung (rund 26 Mio. Euro) und schließlich im Zielbereich „Verbesserung der Ausbildungsreife“ das Werkstattjahr mit allein rund 56 Mio. Euro.

Mit den verschiedenen Förderprogrammen wurden insgesamt rund 276 Tsd. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht. Allein jeweils rund 90 Tsd. Teilnehmerinnen und Teilnehmer entfielen hiervon auf das Förderinstrument Bildungsscheck und auf die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, d. h. auf Förderaktivitäten, die keine „klassische“ Projektform aufweisen. Mit dem Bildungsscheck wurden überproportional viele Frauen erreicht (60,9 % gegenüber 40,2 % im ESF-Programm insgesamt), während der Frauenanteil bei der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung stark unterproportional war (17,1 %). Fast zwei Drittel aller Teilnehmenden des ESF-Programms (64,5 %) waren Jugendliche (zumeist ohne Berufsausbildung), was sich aus dem großen Gewicht der Prioritätsachse B ableiten lässt. Etwas mehr als ein Zehntel aller Teilnehmenden (11,5 %) waren Migrantinnen bzw. Migranten. Die Struktur der Teilnehmenden im ESF-Programm insgesamt wird damit sehr stark durch wenige Förderprogramme und insbesondere der Prioritäts­achse B geprägt.

Für die Umsetzung des ESF-Programms in Nordrhein-Westfalen lassen sich folgende Ergebnisse für die Jahre 2007 bis 2009 hervorheben:

  • Die Beteiligung von KMU-Beschäftigten an organisierter beruflicher Weiterbildung durch den Einsatz von Bildungsschecks konnte bereits in großem Umfang (90.000 Teilnehmende, davon rund 55.000 Frauen) erreicht werden.
  • In Anschluss an mehr als 90 % aller Potentialberatungen wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation ergriffen. Die Anzahl der durchgeführten Beratungen (rund 1.700) sowie das Ausmaß der geschaffenen Arbeitsplätze in den beratenen Unternehmen (rund 860) ist aus den oben genannten Gründen noch unterschätzt.
  • Im Zuge der Unterstützung betrieblicher Restrukturierungsmaßnahmen und von Maßnahmen des Personaltransfers wurden rund 3.100 Personen beraten, wobei die Aktivitäten 2009 deutlich zugenommen haben. Der Anteil an Übergängen in neue Beschäftigung ist mit 43,7 % noch etwas geringer als erhofft, was vermutlich stark durch das Krisenjahr 2009 beeinflusst sein dürfte.
  • • In Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife (Förderprogramme Betrieb und Schule, Grundbildung sowie Startklar) wurden insgesamt rund 28.000 Eintritte verzeichnet. Weitergehende Ergebnisse liegen bislang hauptsächlich zum Programm Betrieb und Schule vor. So konnten Übergänge in betriebliche Ausbildung oder in Beschäftigung mit einem Anteil von 19,8 % realisiert werden. Hervorzuheben ist ferner der unerwartet große Anteil an Teilnehmerinnen und Teilnehmern (51,6 %), die einen Hauptschulabschluss erreicht haben.
  • Die Umsetzung des Werkstattjahrs als Förderprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Jugendlichen konnte nahezu im erhoffen Umfang realisiert werden (rund 12.700 Teilnehmende). 29,9 % der Jugendlichen konnten im Anschluss in Ausbildung oder Beschäftigung übergehen.
  • Die Verbesserung der beruflichen Integration von langzeitarbeitslosen Jugendlichen über das Förderprogramm Jugend in Arbeit plus konnte in größerem Umfang realisiert werden als erwartet (rund 8.200 Teilnehmende), obwohl es hier eine Umstellung der Förderlogik gegeben hat (Finanzierung des Lohnkostenzuschusses nun über SGB II bzw. SGB III).
  • Schließlich sind die verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Integration von (schwer-)behinderten Menschen gut angelaufen (rund 1.400 Teilnehmende).

 

Ansprechpartnerin in der G.I.B.

Dr. Maria Icking
Tel.: 02041 767-273
m.icking@gib.nrw.de
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