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(Heft 4/2009)
Erfahrungen und Konsequenzen aus dem Hamburger Hauptschulmodell

Jugendliche mit Hauptschulabschluss – eine Chance auf dem Ausbildungsmarkt?

Vor fast zehn Jahren entschlossen sich eine Reihe großer Hamburger Unternehmen in der „Initiative für Beschäftigung“, Jugendliche mit Hauptschulabschluss bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, den ersten 10 Schulen und der Arbeitsstiftung Hamburg wurde das Hamburger Hauptschulmodell entwickelt.

Bis zum Start des vom Hamburger Netzwerk initiierten Hauptschulmodells wechselten nur 6,7 % der Hamburger Schulabgänger mit Hauptschulabschluss direkt nach Schulende in eine ungeförderte betriebliche Ausbildung. Belegt mit dem Etikett „Restschule“ drohten sie an den Rand unserer Gesellschaft zu geraten, obwohl sie in Hamburg etwa 35 Prozent aller Schulabgänger stellen. Bei rechtzeitiger und gezielter Ausbildung dieser Schülergruppe könnte in Hamburg der vorhersehbare Mangel an Fachkräften ebenso vermieden werden wie das Risiko für die Jugendlichen, in Warteschleifen zu geraten und den Anschluss an das Beschäftigungssystem zu verlieren. Mittlerweile nehmen 75 Unternehmen und alle 91 staatlichen Schulen, aus denen Hauptschulabgänger hervorgehen, an dem Modell teil. Dabei handelt es sich zurzeit noch um verschiedene Schulformen wie z. B. Haupt- und Realschulen oder auch integrierte Gesamtschulen. Zukünftig wird es neben dem Gymnasium in Hamburg nur noch die Stadtteilschulen geben. Alle Schülerinnen und Schüler, die am Anfang ihres letzten Schuljahres die Prognose „Hauptschulabschluss“ erhalten, werden in das Modell eingebunden.

Das Hauptziel des Modells besteht in einer deutlichen Erhöhung der Übergänge in die ungeförderte duale Ausbildung. Daneben sollen positive Effekte durch die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen entstehen, einerseits durch eine verbesserte Berufsorientierung an den Schulen und andererseits durch eine Sensibilisierung der Unternehmen für die Potenziale der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss. Durch die Verknüpfung mit realen Ausbildungsperspektiven für Hauptschulabgänger wird zudem deren Lernmotivation gesteigert; das wiederum erhöht die Bereitschaft der Betriebe, Ausbildungsplätze wieder mit Hauptschulabsolventen zu besetzen.

Umsetzung des Modells
 

Kern des Konzepts ist das Drei-Pfeiler-Modell, bei dem Schule, Berufsberatung und Unternehmen eine Brücke von der Schul- in die Arbeitswelt bilden. Jeder Pfeiler hat dabei andere Aufgaben:

1. Schule
Zu Beginn des letzten Schuljahres werden in der Schule die Stärken und Interessen der Schüler ermittelt. Hierbei wird auch solchen Stärken eine besondere Bedeutung beigemessen, die im Schulalltag nicht unbedingt zur Geltung kommen. Grundsätzlich basiert die Stärken- und Interessenerhebung auf einer Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung vertrauter Personen. Die Ergebnisse werden mit den Jugendlichen reflektiert und von ihnen zusammengefasst. In den anschließenden Beratungen bilden sie die Grundlage für die Gespräche und die eigene Präsentation.

2. Arbeitsagentur
In der Berufsberatung der Arbeitsagentur werden auf Basis der festgestellten Stärken und Interessen passende Ausbildungsberufe gesucht, fachliche und persönliche Voraussetzungen geklärt sowie eventuell Vermittlungsvorschläge unterbreitet.

3. Unternehmen
Hier wird ausbildungsinteressierten Schülern eine Beratung durch Personalreferenten des jeweiligen Partnerunternehmens angeboten. Dabei erhalten sie eine Rückmeldung aus Unternehmenssicht darüber, ob sie ihre Berufswahl schlüssig begründen können, sich gut über Tätigkeiten und Anforderungen ihres Wunschberufs informiert haben und ob ihr Auftreten und ihre Bewerbungsunterlagen angemessen bzw. an welchen Stellen sie verbesserungswürdig sind. Die Beratungen finden immer in den Unternehmen statt und sind damit zugleich eine gute Vorbereitung auf zukünftige Vorstellungsgespräche.

Koordinierungsstelle Ausbildung
 

Eine eigens geschaffene „Koordinierungsstelle Ausbildung“ bei der Arbeitsstiftung Hamburg ist Anlaufstelle für Schulen, Arbeitsagentur und Unternehmen. Sie informiert Schüler, Eltern und Lehrer über die geplanten Abläufe, sorgt für zeitnahe Beratungen in Arbeitsagentur und Unternehmen und unterstützt die Jugendlichen, bis sie einen geeigneten Ausbildungsplatz gefunden haben. Finanziert wird die Koordinierungsstelle aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg und der Arbeitsagentur. Die Kosten pro Jahr für die Koordinierungsstelle (und damit des gesamten Projekts) liegen bei 600.000 Euro.

Ein Planungs- und Steuerungssystem stellt sicher, dass kein motivierter Abgangsschüler mangels rechtzeitiger Unterstützung einen für ihn passenden und möglichen Ausbildungsplatz verfehlt. So wird bereits während des letzten Schuljahres Transparenz über den Stand der Orientierung und Vermittlung für jeden Schüler hergestellt. Schulleitung, Schulaufsicht und Behördenleitung erhalten viermal jährlich Planungs- und Ergebnisdaten ihres Verantwortungsbereichs.

Diesem Zweck dient auch die Erfassung der Schülerprofile und aller Beratungsergebnisse in einer auf Vermittlung ausgelegten Datenbank, in der unter anderem auch die sogenannten „Soft Skills“ der Schüler dokumentiert werden. Die Rückmeldung der Ergebnisse an die Schulen führt dazu, dass die Lehrkräfte ihre Schüler intensiver begleiten und motivieren können und die Anschlussorientierung im Schulalltag an Bedeutung gewinnt.

Die Unterstützung der Schüler richtet sich grundsätzlich nach dem individuellen Bedarf. Einige wenige benötigen nur Informationen über die nächsten Schritte, mit anderen werden Bewerbungsunterlagen überarbeitet und bezogen auf den gewünschten Ausbildungsplatz konkretisiert sowie Telefon- und Vorstellungsgespräche vorbereitet. Ziel ist dabei, dass die Jugendlichen in Selbstverantwortung und in ers­ter Linie durch eigene Aktivitäten einen betrieblichen Ausbildungsplatz finden. Die Arbeit mit den Jugendlichen findet in den zentral gelegenen Räumlichkeiten der Koordinierungsstelle Ausbildung statt. Dadurch wird verhindert, dass im System Schule geprägte Verhaltensweisen dominieren. Die Gesprächsatmosphäre ist ernsthaft und sehr kooperativ. Die Unterstützung der Jugendlichen ist kein einmaliger Akt, vielmehr wird nach kurzer Zeit nachgefragt, ob die verabredeten Schritte umgesetzt werden konnten, es schon Reaktionen von Betrieben gab und welche Folgeaktivitäten notwendig erscheinen. Durch diese Begleitung soll auch verhindert werden, dass Schüler bereits bei der ersten enttäuschenden Erfahrung die Ausbildungsplatzsuche abbrechen.

Neben der Arbeit mit den Jugendlichen hat die Zusammenarbeit mit Betrieben zunehmend an Bedeutung gewonnen. Durch die genaue Verbleibsdokumentation sind inzwischen mehr als 1.200 Betriebe bekannt, die grundsätzlich bereit sind, Hauptschülerinnen und Hauptschüler auszubilden. Bei ihnen und bei weiteren Betrieben wird jedes Jahr nachgefragt, ob Interesse an auf der Basis von Stärken und Interessen vorausgewählten Bewerberinnen und Bewerbern besteht. Im dann folgenden Besetzungsprozess wird sich regelmäßig ausgetauscht und unter Umständen nachgesteuert. Eine zunehmende Anzahl von Betrieben, insbesondere aus dem Bereich der KMU, besetzt die vorhandenen Ausbildungsplätze ausschließlich über die Koordinierungsstelle Ausbildung.

Quantitative Ergebnisse
 

Die Quote der Übergänge in die ungeförderte duale Ausbildung konnte nahezu verdreifacht werden und liegt jetzt bei 19,1 % direkter Übergänge im unmittelbaren Anschluss an die allgemeinbildende Schule.
 
In den letzten drei Jahren ergaben Nachbefragungen, dass ein Jahr nach Beginn der Ausbildung jeweils noch 92 % ihren Ausbildungsplatz innehatten. Dieser für diese Schülergruppe ungewöhnlich hohe Wert scheint also stabil zu sein.

Erfahrungen: Welche Rolle spielt die Ausbildungsreife?
 

Die Ausbildungsreife der Jugendlichen ist seit Jahren immer wieder Thema öffentlicher Diskussionen und (versteckter) Schuldzuweisungen. Seit der Veröffentlichung des Kriterienkatalogs zur Ausbildungsreife im Rahmen des Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland gibt es ein Einvernehmen darüber, was unter Ausbildungsreife verstanden wird. Die Erfahrungen im Hamburger Hauptschulmodell mit diesen Kriterien sind jedoch durchaus ambivalent.

Die beteiligten Jugendlichen haben zu Beginn des 9. Schuljahres in der Regel ein Alter von 14 oder 15 Jahren. Sie befinden sich mitten in der schwierigen Phase der Pubertät. Die im Kriterienkatalog beschriebenen psychologischen Merkmale des Arbeitsverhaltens und der Persönlichkeit sind nicht besonders ausgeprägt oder instabil. Zwei Beispiele seien hier genannt:

Umgangsformen: Ein der jeweiligen Situation angemessenes Verhalten stellt für viele eine Überforderung dar. Der Kontakt zu Mitarbeitern in Unternehmen findet erstmals statt, die dortigen Regeln und Erwartungen sind unbekannt, es ist geradezu eine neue Welt, die sich die Jugendlichen erst erschließen müssen. Bisher bewegten sie sich fast ausschließlich in schulischen, familiären und Freundeskreisen.

Selbstorganisation und Selbstständigkeit: Die Jugendlichen können in diesem Alter zwar alle mit ihrem Handy ausgiebig telefonieren, ein Anruf bei einer Firma oder einer Institution mit einem zielgerichteten Anliegen ist ohne vorheriges Üben bzw. ohne Anleitung aber oft nicht möglich. Auch das Einhalten von Verabredungen oder die Beschaffung von Informationen bedürfen einer Kontrolle und Begleitung. Gerade wenn Fehler gemacht werden, besteht die Gefahr, dass die Jugendlichen (auch aus Scham) vorzeitig aufgeben.

Für fast alle anderen Kriterien gelten ähnliche Einschränkungen. Ausschlaggebend ist dabei nicht das Bildungsniveau, sondern die schwierige Phase der Pubertät und fehlende Erfahrungen der Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren.

Die schulischen Basiskenntnisse, die im Rahmen des Kriterienkatalogs erwartet werden, sind unstrittig. Im Hamburger Hauptschulmodell haben wir jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Schulnoten nur sehr eingeschränkt aussagekräftig sind. So hatte z. B. ein junger Mann, der in seiner Freizeit Elektromotoren baute, umfangreiches Wissen darüber, welche Berechnungen er hinsichtlich der Mechanik durchführen musste. Seine Physiknote war leider trotzdem nur „ausreichend“. Da es aber gelang, sein „Freizeitwissen“ in der Bewerbung deutlich zu machen, absolvierte er anschließend erfolgreich eine Ausbildung zum Mechatroniker.

Aus den vorgenannten Gründen ergeben sich für die Arbeit im Hamburger Hauptschulmodell die folgenden Konsequenzen bezüglich des Umgangs mit dem Kriterienkatalog. Die Berufsberatung ist im Rahmen ihrer Tätigkeit weiterhin an ihre Vorgaben hinsichtlich der Feststellung der Ausbildungs- und Berufsreife gebunden. Sie kann daher nur wenigen Jugendlichen Vermittlungsvorschläge unterbreiten. Im Rahmen der Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Koordinierungsstelle Ausbildung dient der Kriterienkatalog lediglich dazu, die Erwartungen der Betriebe zu verdeutlichen. Die Unterstützung selbst ist jedoch nur von dem Willen der Schüler zur Ausbildungsplatzsuche abhängig. Nur bei direkten Besetzungsvorschlägen an Betriebe findet eine Auswahl statt. Alle Jugendlichen werden jedoch dabei unterstützt, selbst Kontakt zu Betrieben aufzunehmen, sich vorzustellen, sich als motivierte Bewerberinnen und Bewerber zu präsentieren und die jeweils nächsten Schritte zu planen.

Resümierend ist festzustellen, dass es immer wieder positive Überraschungen gibt, dass Jugendliche eingestellt wurden, bei denen durchaus Zweifel an der Ausbildungsfähigkeit zum Einstellungszeitpunkt gegeben sind. Letztlich entscheiden sich die Betriebe jedoch für sie, weil sie überzeugt sind, gemeinsam die Ausbildung erfolgreich zu bestehen.

Jugendliche mit Migrationshintergrund
 

Im Rahmen des Hamburger Hauptschulmodells gibt es keine gesonderten Maßnahmen für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Da die Unterstützung bei allen beteiligten Jugendlichen individuell erfolgt, kann auf Besonderheiten sehr speziell eingegangen werden.

So konnte ein türkisches Mädchen, die im Rahmen ihrer Zuwanderung sehr strukturiert die deutsche Sprache erlernt hatte und außergewöhnlich sicher in ihrer Rechtschreibung war, als Rechtsanwaltsfachangestellte ihre Ausbildung bei einem Anwalt und Insolvenzverwalter beginnen. In anderen Fällen, z. B. bei Ärzten, wird besonders der andere muttersprachliche Hintergrund begrüßt, da die Patienten nur unzureichend Deutsch sprechen können.

Als ein wichtiger Baustein hat sich die Einbeziehung der Eltern herauskristallisiert. Sie sind wie bei allen Jugendlichen wichtige Unterstützer und Ratgeber. Häufig kennen sie jedoch nicht genau die deutsche Systematik der beruflichen Bildung und haben Bedenken hinsichtlich der Qualität der dualen Ausbildung. Können die­se ausgeräumt werden, verbessern sich die Chancen deutlich. Manchmal gibt es aufgrund der kulturellen Herkunft auch Einschränkungen bei den Zielberufen. Diese müssen berücksichtigt werden, da es ansonsten vorkommen kann, dass eine Ausbildung speziell von Mädchen nicht angetreten werden kann.

Durch diese differenzierte Vorgehensweise ist es gelungen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund heute 33 % der Jugendlichen mit einem ungeförderten Ausbildungsplatz ausmachen. Damit nähert sich dieser Wert ihrem Gesamtanteil von 40 % der Altersgruppe an. Erst Segregation und anschließende Integration ist nicht Erfolg versprechend.

Ergänzungen des Hamburger Hauptschulmodells
 

In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass einige Jugendliche, die höchst motiviert waren, aus verschiedenen Gründen nicht den direkten Einstieg in die Berufsausbildung schafften. Hierbei spielte häufig das Alter eine Rolle, manchmal scheiterten sie auch knapp an den Einstellungstests oder der jeweilige Betrieb hatte wegen der hohen Anforderungen Bedenken. Im Konsens mit Behörden und Kammern wurde beschlossen, verstärkt das Instrument der ausbildungsvorbereitenden Praktika (Einstiegsqualifizierung) für diese Gruppe von Jugendlichen zu nutzen.

Die Arbeitweise der Koordinierungsstelle Ausbildung bleibt unverändert. Das Profil der Jugendlichen und ihre Berufswünsche sind der Ausgangspunkt für die Akquise entsprechender Plätze. Die Ausbildungsbereitschaft des Unternehmens muss vorhanden sein, Unterstützung gibt es bei der administrativen Abwicklung. Die Jugendlichen werden in speziellen Lerngruppen in der Berufsschule zusammengefasst. Selbstgesteuertes Lernen und die Vertiefung schulischer Basiskenntnisse stehen dabei im Vordergrund.

Eine Besonderheit stellen zwei Kurse bei der Lufthansa Technik AG und der Phoe­nix Compounding Technology GmbH dar. Hier absolvieren jeweils 12 Jugendliche in den Ausbildungswerkstätten und in den Betrieben einen 10-monatigen Kurs, der auf eine Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich vorbereiten soll. Der Berufsschulunterricht findet teilweise im Betrieb statt.

Die Übergangsquoten in ungeförderte Ausbildung liegen bei den ausbildungsvorbereitenden Praktika und den beiden Kursen konstant bei 80 % und mehr. Dabei gelang es, Jugendliche auch in ganz besondere Ausbildungen zu vermitteln. Als Beispiele seien hier Fluggerätemechaniker, Fotograf oder Bühnenmaler genannt.

Überregionale Bedeutung
 

Die Erfolge und Erfahrungen des Hamburger Hauptschulmodells führten zu einer wichtigen überregionalen Bedeutung und Wahrnehmung. Im Jahr 2005 wurde das Modell mit dem Carl Bertelsmann-Preis ausgezeichnet, im September 2009 erhielt es den Förderpreis des Goinger Kreises, eines Forums und "Think Tank" für Personalverantwortliche großer Unternehmen. Seit 2008 wird die Arbeitsstiftung Hamburg zudem von der Private Equity Foundation aus London dabei unterstützt, das Modell auch in anderen Regionen zu verankern.

Bis heute haben sich 15 Regionen von den Erfahrungen aus Hamburg inspirieren lassen und ähnliche Projekte gestartet. Dabei sind sowohl größere Städte (Berlin, Nürnberg, Frankfurt) wie auch eher ländliche Regionen wie z. B. der Oberbergische Kreis vertreten. Seitens des Hamburger Hauptschulmodells wurde die Implementierung jeweils durch Informationsveranstaltungen, Bereitstellung der vorhandenen Arbeitsinstrumente und Schulungen unterstützt.

Diese Initiativen haben ein bundesweites Netzwerk gegründet und treffen sich einmal jährlich zu einer Fachtagung und einem Informationsaustausch. Immer wieder wird die Expertise dieses Netzwerks auch durch Stiftungen und andere fachpolitische Akteure nachgefragt.

 

Vergleichbare Aktivitäten des Landes NRW


Auch in NRW werden, in vielen Fällen initiiert und gefördert durch das MAGS, seit Jahren Programme und Modelle zur Verbesserung des Übergangs in betriebliche Ausbildung entwickelt, die deutliche Parallelen zum Hamburger Hauptschulmodell aufweisen. Bereits in den Jahren 2005 bis 2007 wurden in Ostwestfalen-Lippe vom MAGS unter dem Titel „Erfolgreich in Ausbildung“ Ansätze gefördert, die Parallelen zum Hamburger Modell aufweisen. Die Landkreise Güterloh und Herford sowie die Stadt Bielefeld haben das Konzept nach Auslaufen der Landesförderung fortgeführt.

Die Kernelemente finden sich auch im Modellvorhaben Ein-Topf des MAGS NRW wieder, das aktuell in sieben Kommunen und Landkreisen umgesetzt wird. Dabei wird in den Modellregionen die Stärken-/Schwächenermittlung bereits an den Schulen noch durch gezielte Förderangebote ergänzt und allen Schulabgängern von Haupt-, Gesamt- und Förderschulen, denen die Aufnahme einer Ausbildung nicht gelingt, ein passgenaues Angebot der Berufsvorbereitung zur Verfügung gestellt. Die Koordinierung dieser Aktivitäten in den Modellregionen wird durch das MAGS gefördert.

Auf Initiative des MAGS wurde das Konzept „Integration lernbehinderter Jugendlicher in Ausbildung und Arbeit“ (ILJA) für eine Zielgruppe entwickelt, die vielfach noch größere Schwierigkeiten hat, einen Ausbildungsvertrag zu erhalten. Dieses Konzept wird ab 2010 umgesetzt und umfasst ebenfalls eine gezielte Beratung und Begleitung von Jugendlichen mit Förderbedarf, die regional durch Kommunen und Kreise koordiniert wird.


Abstract

Im Hamburger Netzwerk der Initiative für Beschäftigung haben sich seit 1999 Unternehmen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam mit Agentur für Arbeit, Behörden und Schulen für die „Berufsorientierung und Ausbildungsplatzvermittlung für Hauptschüler“ zu engagieren. Es basiert auf dem 3-Pfeiler-Konzept, in dem Lehrer, Berufsberater der Arbeitsagentur und Personalfachleute aus Betrieben bei der Berufsorientierung der Schulabgänger im Abschlussjahr zusammenwirken.

Ansprechpartner in der G.I.B.

Albert Schepers
Tel.: 02041 767-255
a.schepers@gib.nrw.de

Links

www.arbeitsstiftung.de
Informationen zum Modellvorhaben
Ein-Topf und zu ILJA finden sich auch unter www.gib.nrw.de

Autor

Michael Goedeke
Arbeitsstiftung Hamburg – Gesellschaft
für Mobilität im Arbeitsmarkt mbH
Koordinierungsstelle Ausbildung
Adenauerallee 2
20097 Hamburg
Tel.: 040 689461811
goedeke@arbeitsstiftung.de
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