Daran schließen wir in diesem Heft an. Wir beschreiben zunächst die Ziele der Kohäsionspolitik der Europäischen Union und der „Strategie Europa 2020“ sowie deren Auswirkungen auf die Landesarbeitspolitik in NRW.
Kristin Schreiber von der Europäischen Kommission erläutert in ihrem Beitrag die jüngsten Initiativen der Kommission zur Bewältigung der Krise und deren Vorschläge zu „Europa 2020“ und zur Rolle des ESF. Sie hat eine Vorstellung davon, wie sich der „europäische Mehrwert des ESF“ steigern lässt.
Nur einen „begrenzten eigenständigen Beitrag“ des ESF zu „Europa 2020“ sieht Bernd Trimpop vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW. Er nimmt dies zum Anlass, diesen Beitrag, damit er überhaupt wahrnehmbar wird, „konkretisierend zuzuspitzen“ und Perspektiven des ESF ab 2014 aufzuzeigen.
Ganz konkret wird es im Beitrag von Josef Muth. Er führt anhand ausgewählter Indikatoren – der Beschäftigungsquote etwa oder des Anteils armutsgefährdeter Personen – aus, welche Konsequenzen sich aus „Europa 2020“ für den Einsatz von Fördermitteln aus dem ESF ergeben könnten.
Armutsgefährdet sind vor allem Langzeitarbeitslose. Ihnen will das Bundesministerium für Arbeit über Bürgerarbeit wieder zu einem Job verhelfen und sie damit unabhängig machen von staatlicher Unterstützung. Ob es ein geeignetes Instrument ist, muss sich erst noch herausstellen. Wir zeigen die Chancen, aber auch die Risiken auf.
Ebenfalls armutsgefährdet sind türkischstämmige Hauptschüler. Sie sind im dualen Ausbildungssystem klar unterrepräsentiert. Daran soll das vom Land NRW und der EU geförderte Modellprojekt FIBA etwas ändern. Wir berichten.
Nicht nur um eine soziale Frage geht es bei der Arbeitsmarktintegration dieser Jugendlichen, sondern auch um eine ökonomische: Die Wirtschaft braucht Fachkräfte! Wie sich die gewinnen und halten lassen, zeigen in diesem G.I.B.-Info inspirierende Beispiele aus Schweden.
Das alles in diesem Heft. Die weiteren Themen:
Modellprojekte zur systemischen Beratung von Bedarfsgemeinschaften (eine Alternative zur individuellen Beratung von Hartz IV-Empfängern, die oft nicht zufriedenstellend funktioniert), eine Potentialberatung in einer Einrichtung der Altenpflege, das neue Vergaberecht in Deutschland mit seinen Herausforderungen für öffentliche Auftraggeber sowie, besonders lohnend, ein Interview mit Prof. Dr. C. Wolter über die duale Berufsausbildung in der Schweiz.
Viel Spaß beim Lesen wünscht wieder
Bernward Brink
Geschäftsführer der G.I.B.
