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(Heft 1/2018)
Wie die Plattformökonomie unsere Arbeit verändert

Crowdworking und Crowdsourcing

Digitale Plattformen sind längst Teil unseres Alltagsleben: Google als Suchmaschine führt Anbieter und Nachfrager von Informationen zusammen, Ebay ist zum weltweit größten Online-Marktplatz geworden. Zunehmend werden Plattformen aber auch dazu genutzt, Arbeitgeber und Beschäftigte zueinander zu bringen. Vergeben werden Miniaufträge wie Texte korrigieren, kleine Programme schreiben, Bilder und Filme verschlagworten; aber auch bei der Entwicklung einer Filiale der Zukunft für die Deutsche Bank oder einer Cargo-Drohne setzen Internetportale auf die „wisdom of crowds“, die Weisheit der vielen. Die Vergabe von Aufträgen über Plattformen bringt eine neue Art der Beschäftigung hervor: das Crowdworking oder Crowdsourcing.

Beim gewinnorientierten Crowdworking, auf das wir uns hier beschränken, – im Unterschied beispielsweise zur Enzyklopädie „Wikipedia“, die durch freiwillige und ehrenamtliche Autoren weitergeführt wird –, schlägt ein Unternehmen Crowdworkern eine Aufgabe über einen offenen Aufruf vor und gibt die Bearbeitungs- und Entlohnungskonditionen vor. Die Crowdworker übernehmen die Bearbeitung der Aufgabe. Der Interaktionsprozess erfolgt dann über IT-gestützte Crowdsourcing-Plattformen.

Besonders stark frequentiert werden Microtask-Plattformen. Hier erledigen die Beschäftigten meist einfache Tätigkeiten wie Internetrecherchen oder die Aufbereitung von Produktdaten. Marktplatz-Plattformen sind darauf spezialisiert, Angebot und Nachfrage zwischen Unternehmen und Freelancern zu matchen. Wir stellen in dieser Ausgabe des G.I.B.-Infos Mylittlejob vor, das sich auf die Zielgruppe der Studierenden spezialisiert haben. Auf Design-Plattformen dreht sich alles um kreative Gestaltung. Das beginnt beim T-Shirt für ein Modelabel und endet beim Design für eine Tankstelle. Testing-Plattformen erproben Apps und Software. Innovations-Plattformen werden gern von Firmen genutzt, um das Know-how ihrer eigenen Mitarbeitenden durch Ideen von außen zu bereichern. Im Maschinen- und Anlagenbau helfen Engineering-Plattformen komplexe Prozesse und Maschinen zu entwickeln.

Die Beschäftigten
 

Prof. Jan Marco Leimeister, Direktor am Forschungszentrum für Informationstechnikgestaltung der Universität Kassel beschreibt den typischen digitalen Tagelöhner als überdurchschnittlich gebildet, technikaffin, jung bis mittelalt, viele von ihnen sind Studierende. Das Verhältnis der Geschlechter ist auf Microtask-Plattformen ausgeglichen, ansonsten sonst gibt es einen leichten Männerüberschuss. Internationale und nationale Zahlen sind, wenn sie überhaupt vorliegen, zu relativieren: Für Deutschland wurden 1,16 Millionen Crowd­worker ermittelt. Viele Plattformbetreiber wissen aber nicht wie viele ihrer Mitarbeiter auf mehreren Plattformen agieren und wie viele der angemeldeten tatsächlich aktiv sind. Karl-Heinz Brandl von der ver.di Bundesverwaltung geht von 100.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland aus, die hier regelmäßig online arbeiten. Mylittlejob gibt allerdings an, dass bei ihnen allein 230.000 Studierende aktiv sind. Die Gruppe der Soloselbstständigen, die ihre Online-Arbeit als Fulltimejob betreiben, wird nur auf wenige Tausende geschätzt. Diese Quote ist bei den ortsbezogenen, analog vermittelten Soloselbstständigen beispielsweise bei den Lieferdiensten Foodora oder Delivero, erheblich höher. Durch Plattformökonomie wurde im letzten Jahr in Deutschland ein Gesamtumsatz von 203 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Fazit: Crowdwork ist also noch kein Massenphänomen und stellt für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinen Fulltimejob, sondern eine Nebenbeschäftigung dar.

Motive
 

Die Motive von Unternehmen, Aufträge über Plattformen erledigen zu lassen, sind vielfältig. Mylittlejob möchte keine internen Arbeitsplätze wegrationalisieren, sondern die Mitarbeiter entlasten, indem „wir ihnen die einfacheren Aufgaben abnehmen.“ Ein klassisches Beispiel ist Recherche von Ansprechpartnern in Unternehmen für Marketing-Aktionen. Einfache, aber auch komplexe Leistungen können so kostengünstiger erstellt werden. Auf Innovationsplattformen greifen Unternehmen eher auf die Kreativität der Crowd zurück.

Bei der Suche nach den Motiven der Crowd­worker selbst, verweist Prof. Ayad Al-Ani vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft aus Berlin auf die Anfänge der Open-Scource-Bewegung, berühmt geworden durch die Entwicklung des freien Betriebssystems Linux. Viele Unternehmen erkannten, dass ihre Mitarbeiter nach 17 Uhr auf diesen Plattformen ziemlich innovativ waren, und wollten die Peer-to-Peer-Kollaboration für sich nutzen. Sie fragten sich: Wie kann ich als Unternehmer eine Plattform bauen, die eine Brücke zwischen der Crowd und dem Unternehmen darstellt?

Geschäftsmodelle entstanden, die auf der Plattformökonomie basieren. Sie sind strikt meritokratisch, d. h., es ist völlig irrelevant, was eine Person vorher gemacht hat, es zählt nur, was sie jetzt zur Bewältigung einer Aufgabe beitragen kann. Nicht Zeugnisse sind gefragt, sondern die Fähigkeit, ein Problem zu lösen.

Der Journalist Bernd Kramer, der sich in einem Selbstversuch auf verschiedenen Portalen verdingt hat, beschreibt es so: „An den Job bin ich ziemlich leicht herangekommen. Ich musste nicht umziehen. Ich musste nicht einmal meine Wohnung verlassen. Keine Akquise betreiben, mich nicht in stressigen Bewerbungsverfahren grillen lassen. Es reichte, sich in einem Multiple-Choice-Test mit Fragen zur Rechtschreibung zu „gurufizieren“, wie es hier so lässig heißt.“

In den Beiträgen in unserem Heft werden bei den Motiven über den einfachen Zugang zur Arbeit hinaus die Weiterentwicklung des persönlichen Portfolios und die Verbindung des Angenehmen mit dem Nützlichen genannt, um in der Freizeit etwas hinzuzuverdienen. Die Flexibilität von zu Hause aus zu arbeiten, ist besonders für diejenigen attraktiv, die alleinerziehend sind, einen Familienangehörigen pflegen oder abgelegen wohnen. Daniel Barke, einer der Gründer von Mylittlejob, sieht hier die Entwicklungschancen für sein Unternehmen: „Denkbar wäre zukünftig, dass Mütter, Rentner, Studierende u. a. ihr Zeitfenster für die Woche bei uns angeben und unser Algorithmus dieses bei der Jobvergabe berücksichtigt. Sie bekommen dann einen Job, der exakt in den persönlichen Terminkalender passt.“

Entlohnung
 

Je anspruchsvoller die zu erledigenden Aufgaben, umso weniger scheint die Entlohnung das zentrale Motiv zu sein. Prof. Al-Ani hat in einer Untersuchung Beschäftigte von zwei deutschen Plattformen, eine im IT-Bereich, eine im Kreativ-Bereich, befragt. Ergebnis: Die Menschen, die hier agieren, erwarten gar nicht so sehr, dass sie ihr Auskommen finden. Zwar freuen sie sich über einen Zuverdienst, aber die Hauptgründe für ihre Aktivität sind Spaß und das Kennenlernen von neuen Leuten und neuen Technologien.

Spielt die Bezahlung beim Crowdsourcing also nur eine untergeordnete Rolle? Das Spektrum der Bezahlung variiert von Cent-Beträgen für simple Microtask-Aufgaben über Stundensätze von 30 bis 40 Euro für anspruchsvolle Arbeiten bis zu „Winner-takes-it-all“-Verdiensten auf Design- und Innovationsplattformen. Sarah Bormann hat in Kooperation mit der Uni München ver.di-Mitglieder befragt, die als Soloselbstständige auf Online-Plattformen arbeiten. Nahezu alle Befragten waren mit ihrer Bezahlung unzufrieden, denn auf den Online-Plattformen herrscht ein harter Preiskampf. Dominique Mittenzwei, Essensauslieferer bei Foodora: „Ich arbeite Vollzeit, also 160 Stunden im Monat. Mit neun multipliziert sind das 1.440 Euro brutto im Monat. Da kann man sich ausrechnen, wie viel Netto zum Leben bleibt“. Aktuelle Forderungen nach einer Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro hat Vincent Pfeifer, Sprecher von Foodora in Berlin, jüngst im Interview mit der „Zeit“ brüsk zurückgewiesen. Hinzu kommt: Ihre Arbeitsmittel, also Auto, Roller oder Fahrrad, Smartphone müssen die Kuriere selbst stellen.

Große Unzufriedenheit herrscht auch bei vielen Beschäftigten, die kleinteilige Arbeit auf Microtask- und Textplattformen ausüben. Crowdworker bemängeln oft, dass sie bei Streitigkeiten in einer schwachen Position sind. Wenn es um komplexere Aufgaben geht, ist, wie Umfragen ergeben haben, die Zufriedenheit der Beschäftigten deutlich größer.

Soloselbstständigkeit
 

„Alle Gurus arbeiten auf selbstständiger Basis, es gibt keine Anstellung bei CrowdGuru“, heißt es auf der Internetseite dieser Plattform, die eine schnelle, qualitativ hochwertige Bearbeitung großer Datenmengen via Micro-Job anbietet. Viele Crowdworker sind Soloselbstständige. Prof. Leimeis­ter, Direktor am Forschungszentrum für Informationstechnikgestaltung der Universität Kassel, weist darauf hin, dass sie sich um Vorsorge und Absicherung in aller Regel selbst kümmern müssen. „Da die meisten von ihnen einen anderen Hauptberuf ausüben, ist dieses Problem noch nicht akut. Das wird sich ändern, sobald die Zahl der Mitarbeiter, die von der Plattformarbeit leben müssen, deutlich steigt“. Viele Menschen kombinieren unterschiedliche Einkommensmodelle und wechseln zwischen einem Angestelltenverhältnis und der Selbstständigkeit. Aussagen über den Anteil der Crowdworker, deren Beschäftigungslage unter finanziellen Aspekten und hinsichtlich der sozialen Absicherung man als eher „prekär“ bezeichnen könnte, sind deshalb kaum möglich.

Qualität
 

Prof. Al-Ani hat sogar den Eindruck, dass deutsche Plattformen zunehmend versuchen, die Crowd über Qualität und die klassischen Fairnesskriterien: Transparenz, Entlohnung, Interaktion sowie Wertschätzung an sich zu binden. „Bei Jovoto wird gar darüber diskutiert, so etwas wie eine Sozial- oder Krankenversicherung einzuführen“. Billig zu sein scheint in Deutschland nicht als Geschäftsmodell für Plattformen zu funktionieren, bei Twago bekommt nur in Ausnahmefällen der günstigste Anbieter den Zuschlag. „Eine Plattform, die schlecht beleumundet ist, wird keine Leute mit Qualität gewinnen und halten können.“ Mylittlejob gestattet auch deshalb dem Kunden keine Regulierung, die unter dem Mindestlohn liegt, obwohl sie nicht an diesen gebunden ist. „Der durchschnittliche Stundenlohn bei uns liegt etwa bei 10,70 €.“

Microtasking-Plattformen wie Amazon Mechanical Turk, so Prof. Al-Ani, sind hingegen eher für Entwicklungsländer interessant, weil sie den Menschen dort die Möglichkeit geben, in das System hineinzukommen.

Plattformbetreiber stehen dabei aber vor dem Problem, dass sie Qualität sichern wollen, aber ihre Crowdworker oft gar nicht kennen. Wichtige Aufträge werden deshalb an „Premium-Mitarbeiter“, die für ihren Einsatz in früheren Projekten gute Bewertungen erhielten und im Ranking der Plattform weit oben stehen, vergeben. Bei Mylittlejob funktioniert es so: „Bei uns kann jeder Student nachvollziehen, wann er welches Rating für welches Produkt bekommen hat. Anhand dessen können sie auch erkennen, wie viele Jobs zu welcher Qualität sie abliefern müssen, um die nächste Qualitätsstufe zu erreichen. Daraus ergeben sich mehr Jobangebote zu höherem Verdienst.“

Gewerkschaften
 

Für Forscher Al-Ani ist sicher, dass das Arbeiten auf Plattformen immer stärker unser Leben prägen wird. Deshalb ist es in seinen Augen auch unumgänglich, dass sich die Gewerkschaften stärker mit dem Thema auseinandersetzen. „Gewerkschaften hatten anfangs kapitalistische Alpträume an die Wand gemalt und sich auf das Thema Regulierung fokussiert“, so Al-Ani. Viel interessanter als Regulierung ist seiner Meinung nach aber die Frage, ob Gewerkschaften nicht zum Entstehen arbeitsfreundlicher Plattformen beitragen können. „Unser Vorschlag an die Gewerkschaften lautet deshalb: Unterstützt die Unternehmen mit Algorithmen, die ihr zuvor selbst getestet haben. Zudem könnten Gewerkschaften auch Plattformen zertifizieren.“

In seiner Studie sagen zwei Drittel der Befragten, dass sie eine Gewerkschaft brauchen, aber nicht, um sich zu organisieren, denn die Vernetzung mit anderen Menschen gelingt ihnen selbst, sondern als neutrale Mittler, die Transparenz herstellen oder bei fachlichen Fragen zur Verfügung stehen. Auch Plattformbetreiber sind seiner Erfahrung nach in der Regel alles andere als gewerkschaftsfeindlich. Sie wollen gute Leute gewinnen und sie auch gut behandeln.

Für Prof. Leimeister ist der „Code of Conduct“ ein Schritt in die richtige Richtung. In ihm haben einige wenige Plattformen in Deutschland (8 von 32), eine freiwillige Selbsterklärung abgegeben und Standards wie einen Mindestlohn festgesetzt. Auch der Deutsche Crowdsourcing-Verband ist hier involviert. Die getroffenen Vereinbarungen sind im Streitfall aber nicht einklagbar.

Karl-Heinz Brandl (ver.di Bundesverwaltung) sieht bei einigen Plattformen Ansätze zu mehr Rechtssicherheit bei Arbeitsverträgen und zu Alterssicherungssystemen. Für ihn ist neben der Bezahlung die soziale Absicherung das Hauptthema. Hier sieht er auch die Plattformen in der Pflicht. „Viele Menschen kombinieren unterschiedliche Einkommensmodelle und switchen zwischen einem Angestelltenverhältnis und der Selbstständigkeit hin und her. Eine durchgängige allgemeine Erwerbstätigenversicherung wäre ein großer Fortschritt“, so Brandl.

Mitbestimmung und Tarifverträge
 

Um Mitbestimmungsrechte für Soloselbstständige durchsetzen zu können, will ver.di­ zunächst den Arbeitnehmerbegriff und den Betriebsbegriff erweitern, da die bisherigen Definitionen in der virtuellen Welt nicht mehr zeitgemäß sind. Brandl sieht da auch die Politik in der Pflicht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen. „Wir beschäftigen uns heute auch zunehmend mit der kreativen Form des agilen Arbeitens. Expertinnen und Experten verschiedenster Branchen entwickeln gemeinsam neue Produkte und Dienstleistungen. Dabei arbeiten Selbstständige oft in Gruppen mit Beschäftigten eines Unternehmens zusammen. Der Betriebsrat ist aber nur für die Festangestellten zuständig. Die Arbeitsbedingungen der gesamten Gruppe sind nicht regelbar. Das muss geändert werden.“ Tarifverträge, die etwas regeln, gibt es in der GiG-Economy nicht, Beschäftigte beginnen aber, sich an der Basis zu organisieren und sich für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einzusetzen. So haben Kurierfahrer in Köln 2017 mit Unterstützung der NGG einen Betriebsrat gegründet und sind damit neben Wien Vorreiter in Europa.

Regulierungen
 

Regulierungen sind in der Plattformökonomie in angemessenem Umfang notwendig, darüber sind sich die Experten einig. Beim „Wie?“ gehen die Meinungen jedoch auseinander. Gewerkschafter wie Karl-Heinz Brandl und Elmar Jost fordern „Fairness in der Plattformökonomie“ und wollen eine Beweislastumkehr bei der Ermittlung von Scheinselbstständigkeit und ein Verbandsklagerecht. Wissenschaftler wie Prof. Jan Marco Leimeister und Prof. Holger Bonin sind da zurückhaltender. Solange „Crowd­work“ für die meisten Beschäftigten eine Nebenbeschäftigung darstellt, sehen sie wenig Regulierungsbedarf, zumal die Unternehmen nur erfolgreich mit dem Geschäftsmodell arbeiten können, wenn sie zuverlässige und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen.

Da die Zahl der hauptberuflichen Crowd­worker aber steigen wird, muss sich die Politik über kurz oder lang mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei hält Prof. Jan Marco Leimeister internationale Lösungen für unverzichtbar: „Crowdwork ist ein weltweites Phänomen. Nationale Regulierungen würden vermutlich weitgehend ins Leere laufen. Plattformen können ihren Standort problemlos ins Ausland verlegen. International agierende Großunternehmen wie Amazon Mechanical Turk können Mitarbeiter aus bestimmten Ländern einfach ausschließen. Deshalb sind zumindest europaweite Lösungen gefordert. Wir als Wissenschaftler liefern dafür die Datenbasis und haben allenfalls eine beratende Funktion. Die Entscheidungen müssen von der Politik nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften getroffen werden.“

Ökonomie in Zeiten der Digitalisierung
 

Auch wenn die Beschäftigungseffekte der Plattformökonomie bisher kaum ins Gewicht fallen, stimmten unsere Interview­partner überein, dass sich hier Konturen abzeichnen, die für Ökonomie in Zeiten der Digitalisierung bestimmend sein werden. Prof. Al-Ani sieht die gesamte Ökonomie sich in Richtung einer Plattform-Ökonomie entwickeln. Autohersteller werden zu einer Plattform, die Mobilität verkauft, mit welchen Fortbewegungsmitteln auch immer. Kunden transformieren zu Crowd­workern, die einen Teil des Preises zurückverdienen, indem sie Fahrleistung für andere zur Verfügung stellen, das Produkt mitentwickeln, verbessern und vertreiben. Sein Fazit: Unternehmen werden also immer plattform­ähnlicher und Plattformen werden immer unternehmensähnlicher.

Autoren

Manfred Keuler
Tel.: 02041 767-152
m.keuler@gib.nrw.de

Arnold Kratz
Tel.: 02041 767-209
a.kratz@gib.nrw.de
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