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(Heft 1/2017)
„Kein Abschluss ohne Anschluss“ in der Stadt Bochum

Kommunale Koordinierung: „Wer macht wann was mit wem warum?“

NRW hat mit dem Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) als erstes Flächenland ein einheitliches und effizientes Übergangssystem von der Schule in Ausbildung und Studium eingeführt. Im September 2016 wurde dazu in Düsseldorf eine erste Zwischenbilanz gezogen. Welche Fortschritte KAoA macht und wie die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) gemeinsam mit der Akteursgemeinschaft den Prozess der kommunalen Koordinierung forcieren kann, ist z. B. in Bochum zu sehen. In diesem Schuljahr sind in der Ruhrgebietskommune rund 8.700 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 – 11 in die Angebote zur Berufs- und Studienorientierung des Landesvorhabens einbezogen.

Mit seiner Antwort auf die Frage, wie es in der Stadt Bochum gelungen ist, im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ in kurzer Zeit eine effektive Kommunale Koordinierungsstelle aufzubauen, liefert Schulamtsdirektor Rainer Ruth von der Unteren Schulaufsichtsbehörde und im jährlichen Wechsel mit der Agentur für Arbeit Vorsitzender der Steuerungsgruppe zugleich eine präzise Handlungsanleitung für Kommunen, die vor der gleichen Herausforderung stehen: „Frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure, offene Kommunikation, klare Rollenverteilung und konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten für alle beteiligten Partner.“ Letztlich aber, so der Schulexperte, „kommt es auf die mitwirkenden Menschen an, auf ihre Einstellung und ihre Haltung.“

Treibende Kraft
 

Vor drei Jahren hatte der Rat der Stadt Bochum beschlossen: Unsere Kommune beteiligt sich an KAoA. Starke Unterstützung fand die Entscheidung gleich nach seiner Wahl bei Thomas Eiskirch, dem Oberbürgermeister der Ruhrgebietskommune. Sein Einsatz für das Vorhaben war nach Ansicht von Manuela Demant, Leiterin der Bochumer Kommunalen Koordinierungsstelle (KoKo), alles andere als ein bloßes Lippenbekenntnis, erkennbar nicht zuletzt daran, dass die Kommune sofort das für eine Gebietskörperschaft ihrer Größe maximale Förderkontingent von vier Personalstellen ausgeschöpft hat, obwohl sie sich selbst zur Hälfte an den Gesamtkosten beteiligen muss: „Das war ein klares Statement der politischen Stadtspitze, die damit zu verstehen gab: Kein Abschluss ohne Anschluss – das wollen wir wirklich!“

Optimale Voraussetzungen also für die Arbeit der beim städtischen Schulverwaltungsamt angesiedelten KoKo. Zu tun gab und gibt es genug. Zunächst galt es, eine Gremienstruktur aufzubauen und die Akteure der Steuerungsgruppe zu benennen: Wer muss dabei sein, wer nicht, lautete die Frage, wenn es um die Festlegung einer Strategie für die kommunale Umsetzung von KAoA geht?

Schnell war klar: Die Partner im Ausbildungskonsens gehören dazu – die Agentur für Arbeit also, die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, die Kreishandwerkerschaft Ruhr, die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Ruhr-Mark, die Bezirksregierung Arnsberg, das Schulverwaltungsamt, das Schulamt für die Stadt Bochum und das Jugendamt der Stadt. Später hinzu kamen das Kommunale Integrationszentrum sowie „UniverCity“, ein Netzwerk der sieben Hochschulen der Stadt.

Gleich in der ersten Sitzung legte das Gremium eine Geschäftsordnung fest. Sie enthält das Selbstverständnis der Steuerungsgruppe, die gemeinsamen Ziele, die Aufgaben, die Kommunikationswege sowie – „ganz wichtig“ – die Regularien zur Gestaltung des Gremiums: Wer übernimmt die Geschäftsführung, wer ist stimmberechtigt, wer nicht? Die Entscheidung war einstimmig: Die beiden Institutionen, die sich von allen Akteuren am umfassendsten und intensivsten mit dem Thema „Übergang Schule – Beruf“ befassen, das Schulamt und die Agentur für Arbeit, wechseln sich jährlich in der Leitung des Gremiums ab, das – weil personell identisch – zugleich als Beirat Schule – Beruf fungiert. Rainer Ruth: „So ergeben sich Synergieeffekte.“
 
Die wichtige Stellung der Agentur für Arbeit im Gremium ist gut begründet, denn die Berufsberatung, so Dr. Regine Schmalhorst, Vorsitzende der Geschäftsführung, ist ebenso Bestandteil unseres gesetzlichen Auftrags wie die Ausbildungsstellenvermittlung. Zusätzlich fördern wir junge Menschen, die noch nicht vollständig ausbildungsreif sind, durch berufsvorbereitende Maßnahmen und Einstiegsqualifizierungen. Doch das Thema Übergang Schule – Beruf“, ergänzt sie, „ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, dass wir als Arbeitsagentur nicht allein erfolgreich bearbeiten können. Dazu brauchen wir die Netzwerkpartner.“

Unterschrieben wurde die Geschäftsordnung von der jeweiligen Leitung der beteiligten Partner. Für Dr. Regine Schmalhorst und Rainer Ruth „ein weiteres klares Zeichen für den Stellenwert, den KAoA damit in den beteiligten Institutionen erhalten soll.“ Genauso ist es gekommen: „KAoA wird dort heute in allen relevanten Prozessen mitgedacht, das Thema ist jederzeit präsent.“ Ebenso gut etabliert wie das Landesvorhaben ist in Bochum die KoKo selbst. Sie fungiert als Motor, als treibende Kraft im dynamischen KAoA-Prozess, bündelt die Aktivitäten vor Ort, implementiert handlungsleitende Themen in die beteiligten Gremien, sorgt für fachlichen Input und Transparenz, gibt Impulse, transportiert Ideen, informiert den Schulausschuss über strategische Ergebnisse, unterbreitet Vorschläge für Prioritäten in der inhaltlichen Arbeit und – ganz wesentlich – „hält die Netzwerke am Leben“, denn die, so Manuela Demant, „überleben nicht von allein.“

Kritischer Dialog
 

Kaum waren die organisatorischen Herausforderungen bewältigt, setzten sich Steuerungsgruppe und KoKo an die inhaltliche Arbeit. Zu den vier Handlungsfeldern des Landesvorhabens wurden, wiederum vorbereitet von der KoKo in Abstimmung mit den Partnern, strategische Ziele formuliert und zeitnah auf einer großen Auftaktveranstaltung den hier vertretenen Institutionen – von der Schulaufsicht über die Schulen und Bildungsträger bis hin zu den Kammern und Verbänden – zur Diskussion gestellt.

Zu hören waren hier konstruktive Vorschläge, aber auch Kritik, genauer: Vorbehalte, räumt Claudia Evers, stellvertretende Leiterin der KoKo, ein. Schulen wiesen zum Beispiel auf die enormen Herausforderungen hin, die in Folge der Inklusion und der Integration von Jugendlichen aus Zuwanderungen gleichzeitig auf sie zukommen. Zum anderen erinnerten vor allem die Hauptschulen daran, dass ihnen über das Programm „Zukunft fördern“, das „Berufsorientierungsprogramm BOP“ oder das Projekt „Beruf und Schule“ (BUS)“ vorher ein sehr umfangsreiches Portfolio im Kontext der Studien- und Berufsorientierung zur Verfügung stand, das weitaus mehr Berufsfelderkundungstage umfasste als – wie bei KAoA – „nur“ drei und hier zudem verbunden mit der Maßgabe, dass die Erkundung überwiegend in Betrieben stattzufinden habe. Skepsis auch bei den Förderschulen: Sie fürchteten, dass KAoA die Belange ihrer Schülerinnen und Schüler nur unzureichend berücksichtigt. Nicht minder zurückhaltend manche Gymnasien: Sie waren es – anders als die Hauptschulen – nicht durchgehend gewohnt, sich schon so früh, wenn überhaupt, mit Berufsorientierung zu beschäftigen.

Rainer Ruth, vormals selbst Schulleiter, hatte Verständnis für den ein oder anderen Vorbehalt, wusste aber manche der kritischen Anmerkungen aus eigener Erfahrung zu entkräften: „Stimmt schon“, sagt er, „viele Schulen waren auch vor KAoA im Handlungsfeld Berufs- und Studienorientierung aktiv, aber die Masse der einschlägigen Angebote am Markt war extrem unkoordiniert und eher verwirrend. Für Schulleitungen war es sehr schwierig zu entscheiden, was ins Konzept der Schule passt und welches Angebot etwa zur Potenzialanalyse am bes­ten ist. Hier Struktur hineinzubringen und einen roten Faden zu bieten, war für die Schulen letztlich ein Gewinn.“ Dass Hauptschulen auch heute noch nicht ganz zufrieden sind, kann er gut nachvollziehen, gibt aber zu bedenken, dass es auf dem gesamten Bochumer Stadtgebiet nur noch zwei Hauptschulen gibt. Sein Fazit: „Man muss immer die gesamte Schulentwicklung im Blick behalten und somit jede Schülerin und jeden Schüler.“

Genau das: die Fähigkeit, das Ganze im Blick zu behalten, hat die Schulen dazu veranlasst, sich trotz vereinzelter Vorbehalte von Beginn an aktiv an der Umsetzung des Landesvorhabens zu beteiligen. Das gilt auch für Gymnasien wie etwa die Theodor-Körner Schule in Bochum-Dahlhausen. Julian Sprenger, Lehrer an der Schule und zugleich Regionalkoordinator KAoA, erklärt, warum die Umstellung speziell an Gymnasien nicht einfach war: „In Hauptschulen fühlen sich viele Lehrer als Kümmerer, während in Gymnasien die Fachinhalte und der Bildungserfolg im Vordergrund stehen. Doch die Verantwortung der Gymnasien endet nicht mit der Übergabe des Abiturzeugnisses, sondern umfasst auch die Orientierung für den weiteren Ausbildungs- und Lebensweg ihrer Schülerinnen und Schüler. Auch daran müssen sich Gymnasien zukünftig messen lassen. Hier hat KAoA für Verbindlichkeit gesorgt.“

Was mitunter heute noch an Kritik zu hören ist, betrifft vor allem den hohen Zeit- und Verwaltungsaufwand für das obligatorische Erstellen von Berichten über die Fortschritte im KAoA-Prozess, zumal die Unterlagen oft sehr kurzfristig einzureichen sind. Für die KoKo sind die Klagen verständlich, doch Lehrer Julian Sprenger relativiert mit einer plausiblen Begründung: „Eine ausdifferenzierte Dokumentation zur Datengewinnung ist gerade in der Aufbauphase wichtig, damit nicht nur das Gefühl besteht, dass alles so läuft wie gedacht, sondern dass es auch nachweisbar ist. Das Berichtswesen ist in der Tat bürokratisch – aber sinnvoll.“

Kompetente Arbeitskreise
 

Zurück zur inhaltlichen Arbeit. In Absprache mit der Steuerungsgruppe entwickelt die KoKo für alle Handlungsfelder des Landesvorhabens kommunale Handlungskonzepte. Auch wenn alle Handlungsfelder parallel bearbeitet werden: Im Vordergrund stand anfangs das Handlungsfeld 1, die Berufs- und Studienorien­tierung. Während die dafür zuständige Facharbeitsgruppe die kommunalen Handlungspläne erarbeitet, gestaltet ein StuBo-Arbeitskreis deren innerschulische Umsetzung.
Gestartet sind die Bochumer hier mit zwei Arbeitskreisen, einem für die Sekundarstufe I und einem für die Sekundarstufe II. „Doch wir haben schnell gemerkt“, gibt Rainer Ruth zu, „dass das nicht zielführend ist, denn die Sekundarstufe II baut auch in Bezug auf die Berufsorientierung auf die Sekundarstufe I auf. Deshalb haben wir beide Arbeitskreise zu einem ,StuBo-Ganztag‘ integriert, der zwei- oder dreimal im Jahr zusammenkommt.“ Hier entwickeln die StuBos konkrete Gestaltungsmöglichkeiten der operativen Umsetzung: wie etwa eine Potenzialanalyse vor- und nachbereitet werden kann, wie schulische Beratung erfolgen kann oder wie die fächerübergreifende Gestaltung der Berufs- und Studienorientierung auf der Grundlage eines schuleigenen Curriculums, Standardelement im Handlungsfeld 1, aussehen könnte – „eine besondere Herausforderung für alle Fächer.“

In der Tat, die Curriculumentwicklung ist laut Julian Sprenger „momentan das Top-Thema an den Schulen, weil alle Fächer in den Blick genommen werden bei der Frage, welchen Beitrag sie für die Studien- und Berufsorientierung leisten können.“

„Alle Fächer“, das heißt auch – zum Beispiel – „Latein“. Wie der Beitrag dieses „alten“ Unterrichtsfachs zur „modernen“ Studien- und Berufsorientierung aussehen kann, illustriert eine „Handreichung für Berufs- und Studienorientierung“ mit Unterrichtsbeispielen für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 des Landesinstituts für Schulen und Medien Berlin-Brandenburg“ am Beispiel des römischen Politikers und Schriftstellers Cicero. Der thematisiert die Berufsaussichten von Mädchen im alten Rom und stellt in seinem Buch „de officiis“ eine Rangliste verschiedener Berufe auf, nennt Gründe für deren schlechtes oder gutes Ansehen in der römischen Gesellschaft und identifiziert „Erwerbszweige, welche eines freigeborenen Mannes würdig, welche für unanständig zu halten sind“ und solche, „die dem Hass der Menschen anheimfallen, wie die der Zolleinnehmer und Geldverleiher.“

Cicero nennt aber auch – gut für KAoA – „ehrbare“ und durchaus erstrebenswerte Berufe. Hier ergeben sich Ansatzpunkte, um im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. So könnte, schlägt die zitierte Handreichung vor, eine Aufgabe für Schülerinnen und Schüler etwa lauten: „Diskutiert in der Gruppe das Ansehen einzelner Berufe unserer Zeit. Erstellt ein Ranking wie bei Cicero und stellt es der Klasse vor.“

Neben der Curriculumentwicklung ist die verbindliche halbjährliche Beratung von Schülerinnen und Schülern sowie von Erziehungsberechtigten ein Standardelement im Handlungsfeld 1 – „eine Riesenaufgabe“, wie Julian Sprenger betont, „und zwar nicht mehr nur für StuBos, sondern für alle Kolleginnen und Kollegen.“ Er selbst hat hierzu für seine Schule bereits ein Konzept entwickelt, das einen Vorbereitungs- und einen Protokollbogen für jeden einzelnen Jahrgang umfasst. Mittlerweile steht das Konzept auch anderen Bochumer Schulen zur Verfügung, die es ihren Bedarfen anpassen können. Gleiches gilt für die von der KoKo entworfenen Musterbriefe etwa zur Information der Eltern, die auf Anregung der Schulen in sechs verschiedene Sprachen übersetzt wurden für Eltern, die kein Deutsch verstehen, sowie Info-Zettel in „einfacher Sprache“ – nur zwei von vielen Beispielen, die das System wechselseitiger Anregungen zwischen KoKo und Schulen illustrieren.

Ganz praktisch ist für die Lehrerinnen und Lehrer auch, dass die KoKo auf „überaus“, einem Online-Fachportal des Bundesinstituts für Berufsbildung, für sie eine eigene Gruppe eingerichtet hat, zu der alle Facharbeitskreise schon bald einen Zugang haben werden. Hier können sie die konkreten Arbeitsergebnisse vom Stubo-Ganztag sowie eine Vielzahl der von der KoKo erstellten Mustervorlagen, Hilfestellungen und Arbeitsmaterialen herunterladen. „Es ist ein ständiges Geben und Nehmen“, findet Julian Sprenger anerkennende Worte zur Zusammenarbeit von KoKo und Schulen, „die Zeiten, in denen StuBos an ihren Schulen Einzelkämpfer waren, sind jedenfalls vorbei.“
 
Gemeinsam mit UniverCity, der Schulaufsicht und anderen Partnern der Facharbeitsgruppe hat die KoKo für die Sekundarstufe II ein modulares System zur Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung in der Sek. II entwickelt: „Potenziale erkennen“, „Informieren & Orientieren“, „Schnuppern & Ausprobieren“ sowie „Individuelle Angebote“. Claudia Evers: „Auch die sieben Bochumer Hochschulen, deren Studienberatung obligatorisch KAoA-Anteile umfasst, haben ihre Angebote in diesem Handlungsfeld bereits geclustert und unseren Modulbegriffen so zugeordnet, dass sich StuBos schnell über die einzelnen Angebote informieren können. Wenn es solche Angebote, wie den ,Studienfinder‘ oder das vom Wissenschaftsministerium NRW geförderte ,Talentscouting‘ schon zu einem früheren Zeitpunkt gegeben hätte“, ist sie sich sicher, „wäre die Zahl der Studienabbrecher vermutlich deutlich geringer.“

Beispiel Berufsfelderkundung
 

Eine echte Herausforderung war und ist die Berufsfelderkundung (BFE). Viele Schulen waren sich anfangs nicht sicher, ob sie eine ausreichende Zahl an BFE-Plätzen würden akquirieren können. Die Bochumer Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) hat ihnen mit erweiterten Spielräumen den Einstieg erleichtert. So konnten sie etwa mit lediglich einem BFE-Tag starten, und Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf konnten sowohl betriebliche wie auch trägergestützte Berufsfelderkundungen nutzen. Wichtig war die Botschaft: „Fangt an! Macht erste Schritte! Manche Dinge dauern einfach ein bisschen länger. KAoA ist nicht im nächsten Schuljahr fertig!“

Mittlerweile hat sich das Problem, betriebliche BFE-Plätze zu akquirieren, zumindest relativiert. Entscheidend mit dazu beigetragen haben die Kreishandwerker­schaft und die IHK. Nach Auskunft von Thomas Gdanietz, Bildungsexperte der IHK Mittleres Ruhrgebiet, gibt es aber auch heute noch Unsicherheiten in den Firmen. Hinzu kommt: „Für Schulen ist der Zeitraum, in dem BFE stattfinden können, begrenzt. Doch deren Zeitvorstellungen divergieren mitunter mit denen der Betriebe, die nicht so ohne Weiteres eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter für die Begleitung der Jugendlichen abstellen können.“

Innerhalb des IHK-Bezirks sind allein für Bochum Plätze für 2920 Schülerinnen und Schüler erforderlich, davon werden 450 trägergestützt sein. Zu deren Akquirierung spannt die IHK nicht nur ihre Ausbildungsberater ein, sondern betreibt intensive Werbung in allen Unternehmen, erfasst freie Stellen und hat in Abstimmung mit der KoKo einen Flyer zum Thema BFE erstellt. Aus seinen Gesprächen vor Ort weiß der IHK-Experte, dass er bei seiner Akquise die Betriebe schnell von den Vorteilen einer BFE überzeugen muss. „Wenn ich länger als fünf Minuten erklären muss, sind die weg.“ Nach seiner Erfahrung lautet das wirkungsvollste, weil pragmatischste Argument so: Praktika oder auch Berufsfelderkundungen sind exzellente Vorschaltmaßnahmen, um Jugendliche für eine duale Ausbildung zu interessieren und zu motivieren. Über diese können Betriebe die dringend benötigten Fachkräfte und damit auch Wettbewerbsvorteile gewinnen.

Offensichtlich ein überzeugendes Argument, denn die Bereitschaft der Betriebe, Praktika und BFE-Plätze anzubieten, steigt. Förderlich ist dabei auch das von der KoKo zur Verfügung gestellte Buchungsportal www.bochum.bfe-nrw.de. Hier können Unternehmen BFE-Plätze anbieten, und Schülerinnen und Schüler können sie buchen.

Vorbildlich agiert die IHK bei den Berufsfelderkundungen, die sie in ihrem eigenen Haus offeriert. Hier hat Thomas Gdanietz IHK-Auszubildende gebeten, ein Konzept für die Durchführung von BFE zu erstellen und anschließend zur Bewertung dem Ausbilder vorzulegen. „Junge Menschen“, begründet der Bildungsfachmann die Methode selbstiro­nisch, aber mit ernster Komponente, „sollen sich nicht neben den Schreibtisch eines mit Schlips und Kragen verkleideten Onkels setzen und sich stundenlang Geschichten über dessen langes Berufsleben erzählen lassen, sondern mit angehenden Expertinnen und Experten ihrer eigenen Generation lebhaft und reali­tätsnah ein Berufsfeld – nicht einen Beruf – erkunden.“

Gar nicht erst vom Sinn einer BFE überzeugt werden musste Doncha Hogan. Der gebürtige Ire betreibt in Bochum-Stiepel eine Privatpraxis für Physiotherapie mit drei Beschäftigten. Obwohl er selbst nicht ausbilden darf – die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist staatlich organisiert –, hat er in den vergangenen anderthalb Jahren schon vier Jugendlichen in seiner Praxis einen BFE-Platz angeboten. Sie beinhalten – wie gefordert – einen hohen Praxisanteil, wozu das Kennenlernen und Ausprobieren der Trainingsgeräte zählt oder – mit Zustimmung des Patienten – das begrenzte Mitwirken bei der manuellen Therapie. Im Gegenzug für die damit verbundene Verantwortungs­übertragung verlangt er von den Jugendlichen Engagement und Disziplin – „wie von mir selbst auch, das bin ich meinen Patienten schuldig.“ Konkret heißt das: „Während der Aktivitäten darf er oder sie sich nicht vom Patienten entfernen und mit dem iPhone spielen.“

Nach seiner Auffassung ist ein Tag BFE nicht viel, reicht aber, um Neugier zu wecken oder auch zu erkennen, dass das Berufsfeld gar nicht infrage kommt, für Doncha Hogan eine genauso wichtige Erkenntnis. Die Frage, warum er BFE-Plätze anbietet, ohne je ausbilden zu können, beantwortet er so: „Ich bin kein Philanthrop, aber ein Unternehmen ist mehr als nur ein Produzent hochwertiger Güter und Dienstleistungen. Auch kleinere Betriebe haben die Pflicht, jungen Menschen beim Übergang von der Schule eine Chance zu geben. Auch ich musste lernen und war auf Praktikumsbetriebe angewiesen. Außerdem kostet mich eine BFE kein Geld und nur wenig Zeit. Ich muss mich nur darauf einlassen. Wenn man`s einmal gemacht hat“, beschließt er sein Plädoyer, „dann weiß man: Eigentlich ist es gar nicht so schlimm.“

Auch die KoKo selbst geht mit gutem Beispiel voran. Sie hat mittlerweile schon drei Bochumer Jugendlichen einen BFE-Platz im Berufsfeld „Wirtschaft und Verwaltung“ angeboten. Einer ihrer Mitarbeiter gab den Jugendlichen zunächst einen kurzen Überblick über die Struktur der Verwaltung mit ihren Dezernaten, „weil man sich ja nicht direkt nur für einen Bereich bewirbt“, sowie fachspezifische Erläuterungen zu den Aufgabenfeldern im KAoA-Bereich. Gleich anschließend aber folgten kleinere, ganz praktische Arbeitsaufgaben: das Schreiben einer Einladung für die anstehende Tagung einer Arbeitsgruppe, Organisatorisches wie eine hausinterne Raumabfrage oder die Aktualisierung des Verteilers. „Eine Berufsfelderkundung mit offensichtlich positiver Wirkung“, meint Claudia Evers: „Gleich am nächsten Tag hat sich ein Jugendlicher noch einmal persönlich für die BFE bedankt. Dienstleis­tung und Kundenkontakt, sagte er, scheinen etwas für mich zu sein.“ Das Beispiel zeigt: Ein hoher Praxisanteil ist nicht nur in einer Produktionshalle, sondern auch im Büro einer Verwaltung möglich. Auch andere Abteilungen der Stadtverwaltung bieten übrigens BFE an: das BAföG-Amt zum Beispiel, das Grünflächenamt sowie der technische Betrieb.

Der gute Wille der Anbieter von BFE-Plätzen, so scheint es, korrespondiert mit dem guten Willen der Nachfragenden. Julian Sprenger jedenfalls gibt seinen Schülerinnen und Schülern im Vorfeld einer BFE einen deutlichen Hinweis mit auf den Weg: „Ihr seid Botschafterinnen und Botschafter eurer Schule. Mit einem guten Auftreten und mit starkem Engagement öffnet ihr die Türen für Mitschülerinnen und -schüler, die sich später einmal um einen BFE-Platz in dem Betrieb bewerben.“

Er selbst hat über das Buchungsportal der KoKo hinaus eine schulinterne Datenbank zur Praktikums- und BFE-Stellensuche eingerichtet – eine einfache, aber nützliche Excel-Tabelle. In ihr sind die Unternehmen zu finden, die in den letzten Jahren eine entsprechende Stelle angeboten haben. Darüber hinaus hat seine Schule ein Alumni-Netzwerk aufgebaut, in dem Absolventen der letzten drei Jahre aufgeführt sind, die bereit sind, gegenwärtige Schülerinnen und Schüler über ihre Erfahrungen zu informieren: „Wer etwa Psychologie studieren oder in einem bestimmten Bochumer Unternehmen eine Ausbildung absolvieren will, kann hier per E-Mail, WhatsApp oder telefonisch persönlichen Kontakt zu den früheren Absolventen aufnehmen.“

Fazit: Alle bestehenden Angebote im Übergangsbereich von der Schule in den Beruf werden intensiv genutzt – einer von vielen Hinweisen auf den rasanten Fortschritt, den KAoA in Bochum macht. Erkennbar auch daran, dass im laufenden Schuljahr an einer der beiden Hauptschulen keine einzige Schülerin, kein einziger Schüler zu einem Träger gehen wird, sondern ausnahmslos alle einen betrieblichen BFE-Platz suchen. Claudia Evers: „Das wäre vor drei Jahren kaum vorstellbar gewesen.“

Strategische Weiterentwicklung
 

„Geschafft!“ – eine Aussage, die in der Bochumer Koordinierungsstelle oft zu hören ist, doch immer nur punktuell, denn sobald eine Aufgabe erledigt ist, steht die Bewältigung einer neuen Herausforderung an. Das ist jetzt die Umsetzung des Handlungsfelds 2. Dass die beteiligten Akteure hier „ganz neu denken“ müssen, erläutert Manuela Demant so: „Im Handlungsfeld 1 hatten wir die klar vorgegebenen Standardelemente. Das Handlungsfeld ,Übergänge systematisieren‘ gestaltet sich ganz anders. Hier müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern überlegen: Wer macht wann was mit wem warum?“ Das Ziel ist, gemeinsam geeignete Instrumente zu entwickeln oder bestehende zu verbessern, um jedem jungen Menschen die passende Anschlussop­tion nach dem Schulbesuch anbieten zu können – niemand soll verloren gehen.

Schon jetzt hat eine Arbeitsgruppe einen Internetauftritt konzipiert und umgesetzt: http://wege-in-den-beruf-bochum.de, eine genaue Übersicht über alle Bildungsgänge und Ansprechpartner in Bochum. Nach Ansicht von Julian Sprenger ist das „ein hervorragendes, weil extrem praktisches Instrument. Für die Beratung an meiner Schule ist die Sammlung ein Quantensprung.“

Klare Strategien und Aktivitäten von KoKo und Steuerungsgruppe gibt es auch im Handlungsfeld „Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung“, offensichtlich eine Notwendigkeit, denn noch immer ziehen Schülerinnen und Schüler von Gymnasien das Studium einer dualen Berufsausbildung vor. Für die meisten Jugendlichen anderer Schulformen hingegen und auch für deren Eltern ist die duale Berufsausbildung seit je attraktiv.

Doch „seit Jahren“, so Dr. Regine Schmalhorst, „haben wir bei der Agentur für Arbeit weniger gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftebedarfs appellieren wir an die Arbeitgeber, die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze zu erhöhen und sich die eigenen Fachkräfte von morgen auszubilden.“ Genau deshalb will sich die KoKo zusammen mit der zuständigen Facharbeitsgruppe auf das Hotel- und Gaststättengewerbe konzentrieren, eine Branche, deren wachsende Bedeutung für das Ruhrgebiet häufig unterschätzt wird, wo aber die höchste Quote nicht besetzter Ausbildungsplätze sowie die größte Zahl an Ausbildungsabbrüchen zu verzeichnen ist. Dr. Regine Schmalhorst: „Auch die Arbeitgeber müssen sich bewegen und überlegen, wie sie junge Menschen für die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze gewinnen – und halten können.“ Insofern ist Attraktivitätssteigerung in ihren Augen immer auch als Imperativ an ausbildende Betriebe zu interpretieren, die Qualität der Ausbildung zu verbessern.

Dynamischer Prozess
 

KAoA, das ist in Bochum zu spüren, erweist sich in jeder Phase als ein inhaltlich wie organisatorisch hochkomplexes Beziehungsgeflecht. So wie auf Landesebene ist KAoA auch in den Kommunen ein Prozess. Von Routine keine Spur. In allen Handlungsfeldern, sagt Manuela Demant, „gibt es immer wieder neue Anforderungen.“

Da ist zum Beispiel KAoA-Kompakt, ein verdichtetes Angebot der Berufsorientierung für Flüchtlinge, die nicht bereits in den Klassen 8 und 9 das Regelsystem der Schule durchlaufen haben oder eine internationale Förderklasse besuchen. Zentrale KAoA-Bausteine wie Potenzialanalyse, Berufsfelderkundung und Praxiskurs werden hier bei einem Träger absolviert.

Nicht zu vergessen ist der „KAoA-Kompass“, ein neues Pilot-Projekt, das innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg nur in Bochum, Witten und Dortmund durchgeführt wird. Oder die Zusammenarbeit mit dem vom MAIS NRW mitgeförderten Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten“, das im Rahmen der Landesinitiative „Kein Kind zurücklassen“ der Förderung der Potenziale von Schülerinnen und Schüler mit Entwicklungsbedarf der Klassen 5 bis 7 in den Kohlerückzugsgebieten des Ruhrgebiets dient. Hier sind die beiden Bochumer Hauptschulen intensiv engagiert.

Weitere Kooperationen ergeben sich über die in KAoA festgeschriebenen Querschnittsthemen. Manuela Demant: „Wir haben das Thema erweitert und sprechen von Diversity. Bei KAoA wird es permanent mitgedacht.“ Beim Teilthema Gen­der etwa bestehen enge Kontakte zur Gleichstellungsstelle: „Sie ist immer in unsere Planungsprozesse eingebunden“. Eine wichtige Rolle spielt auch „GenderKompetent 2.0 NRW“, ein Angebot des Landes NRW. Hier geht es darum, einen entsprechenden Handlungsplan für die eigene Region zu entwickeln: „Da machen wir mit!“

Hinsichtlich des Querschnittsthemas „Inklusion“ besteht eine enge Kooperation zum Integrationsfachdienst. Für März plant die KoKo gemeinsam mit Schulen, der Agentur für Arbeit, dem Integrationsfachdienst sowie dem Projekt „Schule trifft Arbeitswelt“ (STAR) eine Veranstaltung, in der die Förder- und Beratungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen vorgestellt werden.

Auch junge Menschen mit Migrationshintergrund hat das Koordinierungsteam permanent im Blick. Sie profitieren vom engen Austausch der KoKo mit dem Kommunalen Integrationszentrum, das auf der Basis einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung „an allen unseren Gremien beteiligt“ ist. Schon im vergangenen Jahr hatte die KoKo eine gut besuchte Veranstaltung mit dem etwas sperrigen Titel „Flüchtlinge & Zugewanderte an der Schnittstelle Schule: Berufsorientierung und Perspektiven für die berufliche Integration“ organisiert.

Die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene finden ihre Fortsetzung im interkommunalen Sektor. Claudia Evers: „So wie wir uns zum Start über die Erfahrungen in den Referenzkommunen der ersten Welle informiert haben, so melden sich heute Kommunen der dritten Welle bei uns und fragen: Wie habt ihr die Potenzialanalyse umgesetzt? Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr eine Idee, ein Konzept? Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen vor Ort bleibt es ein gegenseitiger Lernprozess.“

Kontinuierlicher Austausch auch unter den „Generalisten“, wie Rainer Ruth sie nennt. Gemeint sind damit – auf der Ebene der unteren Schulaufsicht – die Schulleiter aus 13 Städten und Kreisen, die über alle Schulformen hinweg koope­rieren, oder die Koordinierungskreise KAoA in der Bezirksregierung Arnsberg sowie die Teilnahme am regionalen Ausbildungskonsens.

Zur Dynamik im KAoA-Prozess trägt auch der Kontakt zur Öffentlichkeit und hier insbesondere zu den Eltern der Schülerinnen und Schüler bei. Manuela Demant: „An markanten Punkten im Umsetzungsprozess binden wir auch die Presse mit ein. Weil Eltern zudem über die Standardelemente sowieso intensiv einbezogen sind“, ist sie überzeugt, „wissen immer mehr Bürgerinnen und Bürger über KAoA Bescheid.“

Mit dazu beigetragen hat sicher die jährlich stattfindende zweitägige Berufsinformationsmesse, die als Bochumer Standardangebot im Rahmen von KAoA eine wichtige Rolle spielt. Beim letzten Mal lockte die Veranstaltung mehrere tausend Besucherinnen und Besucher an. In diesem Jahr findet die Messe in der Jahrhunderthalle in Bochum-Stahlhausen statt, einer einstigen Gebläse-Maschinenhalle für Hochöfen mit einer Fläche von fast 9000 Quadratmetern. Platz genug also für die stetig steigende Zahl an Interessenten.

Begründeter Optimismus
 

Heute zahlt sich aus, resümiert Manuela Demant, „dass wir von Beginn an auch Institutionen und Personen mit Vorbehalten einbezogen haben. Über das vernetzte Miteinander und das gleichsinnige Handeln ist sukzessive Kooperationsvertrauen entstanden. Vor drei Jahren hätten wir das, was wir jetzt im Handlungsfeld 2 vorhaben, so nicht angehen können, weil es auch Arbeitsbereiche betrifft, die das originäre Hoheitsgebiet der beteiligten Akteure berührt. Den Begriff Vertrauensgemeinschaft“, so die Koordinatorin weiter, „kann man als Phrase nutzen oder mit Leben füllen. Wir haben ihn mit Leben gefüllt.“

Positiv auch die Bewertung vonseiten der Agentur für Arbeit: „Dass die wichtigen Partner sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben und daran arbeiten“, zeigt sich Dr. Regine Schmalhorst selbstbewusst, „können wir schon jetzt als Erfolg bezeichnen.“

Manuela Demant, Claudia Evers und Rainer Ruth stimmen ihr zu. Sie sind zudem überzeugt, dass sich Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, angeregt und forciert durch KAoA, schon heute viel intensiver mit dem Thema Berufs- und Studienorientierung beschäftigen und zukünftig ihre berufsbezogenen Entscheidungen fundierter treffen können – als Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und eine eigenständige ökonomische Existenz. „Wir haben also gute Gründe“, so das Bochumer Steuerungs- und Koordinierungsteam unisono, „sehr optimistisch zu sein.“


„Die wichtigste Frage für viele junge Menschen ist, ob und wie der Einstieg in die Arbeitswelt gelingt. Wir wollen ihnen diesen Einstieg ermöglichen. Eine gute Ausbildung, Qualifizierungsmöglichkeiten, ein attraktives Umfeld und berufliche Perspektiven sind dafür nötig. Deshalb haben die Kommunen in NRW bei der Umsetzung des Landesprojektes „Kein Abschluss ohne Anschluss“ eine zentrale Aufgabe übernommen. Durch Unterstützung, Transparenz über Angebot und Nachfrage, gemeinsame Maßnahmenplanung mit einem breiten Netzwerk städtischer Akteure werden junge Menschen qualifiziert begleitet. Wir wollen in Bochum die Übergänge in die Arbeitswelt wirksam gestalten.“
(Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zum Thema „Kein Abschluss ohne Anschluss“)

Abstract

NRW hat mit dem Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) als erstes Flächenland ein einheitliches und verbindliches Übergangssystem von der Schule in Ausbildung und Studium eingeführt. Bei der Umsetzung spielen die Kommunen eine zentrale Rolle. Sie sorgen im Rahmen der kommunalen Koordinierung dafür, dass mit den relevanten Akteuren ein gemeinsames Verständnis über das Zusammenwirken der Zuständigkeiten erreicht, Rollen geklärt, Absprachen und Vereinbarungen getroffen und deren Einhaltung nachgehalten werden. Beispielhaft dafür steht die Ruhrgebietsstadt Bochum. Welche Fortschritte KAoA macht und wie die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) gemeinsam mit der Akteursgemeinschaft den Prozess der kommunalen Koordinierung forcieren kann, ist z. B. in Bochum zu sehen. In diesem Schuljahr sind in der Ruhrgebietskommune rund 8.700 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 – 11 in die Angebote zur Berufs- und Studienorientierung des Landesvorhabens einbezogen.

Ansprechpartnerin in der G.I.B.

Dörthe Koch
Tel.: 02041 767114
d.koch@gib.nrw.de

Kontakt

Stadt Bochum, Schulverwaltungsamt
Leiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle
Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW
Junggesellenstr. 8
44777 Bochum
Manuela Demant
Tel.: 0234 910-3824
mdemant@bochum.de

Autor

Paul Pantel
Tel.: 02324 239466
paul.pantel@arcor.de
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